2025 ist die italienische Treccani-Enzyklopädie 100 Jahre alt geworden. Anlässlich des Jubiläums wurden von einer Jury 100 Begriffe ausgewählt, die Jahr für Jahr einem bedeutenden Ereignis zugeordnet wurden. Zum Beispiel: „cinema“ (Kino, 1932), „canzone“ (Lied, 1958), „alfabetizzazione“ (Alphabetisierung, 1960), „calcio“ (Fußball, 1982), „berlusconismo“ (1994), „femminicidio“ (Gewalt gegen Frauen, 2023). Man hatte die Absicht zu zeigen, wie die Enzyklopädie mit ihren Einträgen die Veränderungen der Gesellschaft begleitet und registriert hat.
Wir wollen die Begriffe erläutern und aus den Wörtern heraus Einblicke in die Gesellschaft und Kultur Italiens zu den jeweiligen Zeiten gewinnen. Die sprachwissenschaftliche Betrachtung der jeweils besonders prägenden neuen Wortschöpfungen wird so auch zu einer kleinen italienischen Geschichte des vergangenen Jahrhunderts.
Dr. Antonella Lavagno ist Sprachwissenschaftlerin an der Universität Bremen.
Die Stadt Siena ist auf drei Hügeln gebaut – und es gibt keinen Fluss in der Nähe. Ein großes Problem war daher schon früh die Versorgung mit Wasser. Trotz dieser Schwierigkeiten war Siena schon im frühen Mittelalter sehr bedeutend und geriet so zwangsläufig in Konkurrenz zu Florenz. Letztlich hat Florenz diesen Wettkampf gewonnen – so ist Siena die Stadt der Gotik, während Florenz seine Blütezeit in der Renaissance hatte.
Die Bewahrung der gotischen Stilformen ergab in Siena ein einmaliges, homogenes und harmonisches Stadtbild, das in der muschelförmigen Piazza del Campo und dem großartigen Bau des Doms seine schönste Ausprägung zeigt. Auch die Malerei der Stadt findet durch die Fortschreibung gotischer Stilmerkmale zu einer besonderen Innerlichkeit und formalen Qualität.
Dr. Rainer Grimm ist engagierter Kunstvermittler. Er war schon mehrfach Gast der DIG Lübeck und ist unseren Mitgliedern auch als Verfasser der „Künstlerbriefe“ und der regelmäßig erscheinenden „Kunsträtsel“ bekannt.
Streifzug vom Gardasee bis nach Capri
Rainer Maria Rilke war nicht nur ein außergewöhnlicher Dichter, sondern auch ein bedeutender Reisender. Als Troubadour reiste er jahrzehntelang kreuz und quer durch Europa, von seiner Geburtsstadt Prag nach Deutschland und nach Frankreich, vom hohen Norden bis nach Ägypten.
Eine besonders starke Reisebeziehung hatte er schon seit seiner Kindheit zu Italien. Er verbrachte immer wieder längere Aufenthalte – meist in den klassischen Reisezielen der damals wohlhabenden aristokratischen Elite, z.B. in Venedig, Florenz, Rom, Neapel und auf Capri. Reisen war für ihn Arbeit, immer wieder ließ er sich von den italienischen Landschaften, den Städten und der Kunst zu seinen bekanntesten Werken inspirieren. Ein wichtiger Ort wurde auch das Schloss Duino an der Adria, wo die ersten Gedichte der berühmten „Duineser Elegien“ entstanden. Oftmals ließ er Hauptsehenswürdigkeiten „links“ liegen, gerne bevorzugte er aber luxuriöse Unterkünfte.
Diese Bilder-Präsentation verfolgt mit Gedichten und Prosatexten Rilkes vielfältige Reiseerlebnisse auf der Apennin-Halbinsel.
Klaus Kirmis ist mit seinen lebendigen, von großartigem Bildmaterial begleiteten Vorträgen immer wieder gern gesehener Gast der DIG Lübeck.
Seit dem Beginn des 15. Jahrhunderts begaben sich Seefahrer europäischer Mächte – allen voran die Portugiesen – auf die Suche nach dem sagenumwobenen Indien, nach dem Ursprung der in Europa begehrten Gewürze, Spezereien und Goldvorkommen.
Während portugiesische Kartographen und Seeleute den Weg nach Indien entlang der afrikanischen Küsten erforschten, lenkte der Genuese Christoph Kolumbus das Interesse südeuropäischer Eliten auf den Weg nach Westen, über den Atlantik. Er gelangte im Oktober
1492 in die Inselwelt der Karibik vor der amerikanischen Festlandküste, glaubte aber, in Einklang mit seinen europäischen Zeitgenossen, in Indien gelandet zu sein.
Erst ab dem Beginn des 16. Jahrhunderts erschloss sich den Europäern nach und nach, dass die von Kolumbus erreichten Ländereien Teil eines eigenen, zuvor in Europa unbekannten Kontinents sind. Obwohl Kolumbus als erster Europäer seit dem Hochmittelalter die Lande des „neuen Indiens“ für den Gesichtskreis Europas öffnete, war es doch der Florentiner Kaufmann Amerigo Vespucci, der die geographische Bedeutung der „Entdeckungen“ als eigener Kontinent, als die „Neue Welt“, erkannte und somit die Namensgebung der „neuen“ Landmasse, nämlich „Amerika“, prägte. Zeitgleich erschloss der Genueser Seefahrer Giovanni Caboto als erster Europäer Ende des 15. Jahrhunderts das nordamerikanische Festland.
Der Vortrag befasst sich mit der Bedeutung italienischer Gelehrter, Geographen, Seefahrer und Abenteurer für die „Entdeckung“ der Neuen Welt durch die Europäer und für ihre Anbindung an europäische Herrschaftsgebilde – vor allem an Spanien und Portugal – im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert. Hierbei werden uns berühmte Persönlichkeiten wie Paolo dal Pozzo Toscanelli, Christoph Kolumbus, Amerigo Vespucci, Giovanni Caboto oder der aus Vicenza stammende Antonio Pigafetta begegnen.
Ein literarisch-kulturgeschichtlicher Bilder-Streifzug vom Gardasee bis nach Capri
Rainer Maria Rilke war nicht nur ein außergewöhnlicher Dichter, sondern auch ein bedeutender Reisender. Als unbehauster Troubadour reiste er jahrzehntelang kreuz und quer durch Europa, von seiner Geburtsstadt Prag nach Deutschland und nach Frankreich, vom hohen Norden bis nach Ägypten.
Eine besonders starke Reise-Beziehung hatte er schon seit seiner Kindheit zu Italien. Er verbrachte immer wieder längere Aufenthalte meist in den klassischen Reisezielen der damals wohlhabenden aristokratischen Elite, z. B. in Venedig, Florenz, Rom, Neapel und auf Capri. Reisen war für ihn Arbeit, immer wieder ließ er sich von den italienischen Landschaften, den Städten und der Kunst zu seinen bekanntesten Werken inspirieren. Ein wichtiger Ort wurde auch das Schloss Duino an der Adria, wo die ersten Gedichte der berühmten „Duineser Elegien“ entstanden. Oftmals ließ er Hauptsehenswürdigkeiten „links“ liegen, gerne bevorzugte er aber luxuriöse Unterkünfte.
Diese Bilder-Präsentation verfolgt mit Gedichten und Prosatexten Rilkes vielfältige Reiseerlebnisse auf der Apenninenhalbinsel.
Die Schlösser in Neuhaus und Detmold, die Rathäuser von Bremen, Hannoversch Münden und Höxter, das Hochzeitshaus in Hameln und die Stadtkirche in Bückeburg eint eins: Sie entstanden alle um 1600 im Stil der sogenannten Weserrenaissance.
Eine Zeit, in der der Weserraum wirtschaftlich von seinem weitverzweigten, schiffbaren Wasserstraßennetz profitierte; Landgraf Moritz der Gelehrte, der ein bedeutender politischer Machtfaktor war. Italien wurde zum Sehnsuchtsland.
In diesem reich bebilderten Vortrag erläutert Frau Dr. Vera Lüpkes, die langjährige Direktorin des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake in Lemgo, Zusammenhänge und Hintergrund.
Ein literarisch-kulturgeschichtlicher Bilder-Streifzug vom Gardasee bis nach Capri.
Rainer Maria Rilke war nicht nur ein außergewöhnlicher Dichter, sondern auch ein bedeutender Reisender. Als unbehauster Troubadour reiste er jahrzehntelang kreuz und quer durch Europa, von seiner Geburtsstadt Prag nach Deutschland und nach Frankreich, vom hohen Norden sogar bis nach Ägypten.
Eine besonders starke Reise-Beziehung hatte er schon seit seiner Kindheit zu Italien. Regelmäßig verbrachte er längere Aufenthalte meist in den klassischen Reisezielen der damals wohlhabenden aristokratischen Elite, z. B. in Venedig, Florenz, Rom, Neapel und auf Capri. Reisen war für ihn Arbeit, immer wieder ließ er sich von den italienischen Landschaften, den Städten und der Kunst zu seinen bekanntesten Werken inspirieren. Ein wichtiger Ort wurde schließlich das Schloss Duino an der Adria, wo die ersten Gedichte der berühmten „Duineser Elegien“ entstanden. Oftmals ließ er Hauptsehenswürdigkeiten „links“ liegen, gerne bevorzugte er aber luxuriöse Unterkünfte, am liebsten auf Kosten seiner Sponsoren.
Diese Bilder-Präsentation verfolgt mit Gedichten und Prosatexten Rilkes vielfältige Reiseerlebnisse auf der Apenninhalbinsel.
Gian Lorenzo Bernini ist die zentrale Künstlerpersönlichkeit im Rom des 17. Jahrhunderts. Von den Päpsten gefördert, entwickelt der gelernte Bildhauer auch architektonische und städtebauliche Konzepte und wird zum Universalgenie des barocken Rom. Der Vortrag erläutert die Stationen seines Schaffens: von den großartigen mythologischen Gruppen des Frühwerks und den Werken für den Petersdom über Engel und verzückte Heiligenfiguren bis zu den Brunnen und Palästen, die das Stadtbild Roms bis heute prägen. Porträtbüsten, Grabmäler und die kleine, sehr reizvolle Kirche Sant´Andrea al Quirinale ergänzen das Bild. Die summarische Werkschau wird abgerundet durch Einblicke in Berninis Leben und die Beziehungen zu seinen Kollegen, Konkurrenten und Auftraggebern.
Über die Referentin:
Susanne Resch hat Romanistik und Kunstgeschichte an der Universität Regensburg studiert. Die Kunst Italiens hat sie auf zahlreichen Studienreisen kennengelernt.
Die Alten, wie die antiken Griechen und Römer lange Zeit genannt wurden, haben Grundlagen für eine europäische Kulinarik, eine Koch-Kunst gelegt. Wie aus einer ursprünglichen Bauernkultur durch Handel, Verfeinerung und Professionalisierung eine hohe Esskultur im Römischen Reich entstehen konnte – diesen Prozess will der Vortrag in Wort und Bild anschaulich machen.
Über den Referenten:
Prof. Dr. Hans Kloft war von 1977 bis 2004 Professor für Alte Geschichte an der Universität Bremen. Er ist Vorsitzender des Freundeskreises der Antike, Vizepräsident der Wittheit zu Bremen seit 1995 und Vorsitzender der Gesellschaft für Deutsche Presseforschung zu Bremen. Hans Kloft studierte klassische Philologie, Geschichte und Politikwissenschaft in Köln und Bonn. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Antiken Sozial-, Wirtschafts-, Religions- und Rezeptionsgeschichte.