Bremer Buchpremiere "Neapel sehen und sterben"

Moderation Ulrike Petzold, Journalistin, Deutsch-Italienische Gesellschaft Bremen

Gut essen, Neapel sehen und glücklich sterben – die magische Dreierformel gehörte für Italiener lange zur Vorstellung eines schönen Lebens, schreibt Italien-Experte Prof. Dieter Richter in seinem neuesten Buch. In 13 Kapiteln über 13 Todesfälle nimmt er die Leser*innen mit in Katakomben, Basiliken und auf geheimnisvolle Friedhöfe, auf eine Wanderung zwischen der oberen und der unteren Welt, die nirgendwo so eng verbunden ist wie in der Stadt am Vesuv. Zu Beginn erzählt er von Parthenope, eine der drei Sirenen, die sich nach der gescheiterten Verführung des Odysseus ins Meer stürzt und in Neapel begraben wird. Mit ihr beginnt die Geschichte der Stadt am Vesuv. Dann ist da der Stadtheilige San Gennaro, Opfer der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian –oder auch der junge Matrose Andrea Mansi, 1943 öffentlich exekutiert von den deutschen Besatzern in den Wirren zum Ende des Kriegs, Schließlich ein Mord, der den Widerstand gegen die Camorra entfacht hat.

Dieter Richter, Germanist und Altphilologie, lehrte bis 2004 Kritische Literaturgeschichte an der Universität Bremen. Er hat zahlreiche Bücher über Italien geschrieben, vor allem den Süden, wo er einen großen Teil des Jahres lebt. Er ist beliebter Gast bei der DIG und in der Buchhandlung Logbuch.

Zusammen mit dem Literaturhaus Bremen und der Buchhandlung Logbuch in Walle

Sie entschieden sich gegen Krieg und Gewalt

Erinnerung an die Kriegs-Deserteure und an Rudolf Jacobs, den Bremer Deserteur und Partisanen in Italien

Seit vierzig Jahren steht im Foyer des Gustav-Heinemann-Bürgerhauses in Vegesack die Skulptur „Dem unbekannten Deserteur.“ Am 18. Oktober 1986 wurde sie aufgestellt, nach einer langen und heftigen politischen Auseinandersetzung. Die Skulptur war das erste Mahnmal für Deserteure in der damaligen Bundesrepublik Deutschland. Inzwischen gibt es über 20 Deserteurs-Denkmale in Deutschland. Daran wird die Internationale Friedensschule Bremen nun erinnern. Renate Sonnenberg wird am 22. Oktober im Foyer des Bürgerhauses ins Gedächtnis bringen, wie es zur Aufstellung der Skulptur kam und welche Reaktionen das Denkmal hervorrief.

Seit 2014 hängt neben dem Mahnmal eine Tafel, die an den Bremer Rudolf Jacobs erinnert, der 1944 in Norditalien desertierte und zu den italienischen Partisanen überlief. Er kämpfte mit ihnen in den ligurischen Bergen gegen die Besatzung Italiens durch die Wehrmacht, gegen deren Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung und für ein Ende des Krieges. Am 3.11.1944 wurde er in der Kleinstadt Sarzana von italienischen Faschisten erschossen. In Norditalien wird er bis heute verehrt. In seiner Heimatstadt ist er zuletzt durch das Buch von Ulrike Petzold „“Rudolf Jacobs-ein Bremer Partisan in Norditalien 1944“ und das Engagement von Schüler*innen des Hermann-Böse-Gymnasiums bekannter geworden. Ab 18.30 Uhr wird die Autorin, Journalistin und Vize-Präsidentin der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Bremen in der Studiobühne des Bürgerhauses das Buch vorstellen und das ganze Projekt erläutern.

Zusammen mit der Internationalen Friedensschule Bremen

Gelato – Italienische Eiszeiten

Im Rahmen der XI. Woche der italienischen Küche weltweit veranstaltet das Italienische Kulturinstitut Köln in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde des Italienischen Kulturinstituts eine Begegnung mit Peter Peter, der sein Buch "Gelato – Italienische Eiszeiten" (Wagenbach, 2026) vorstellt.

Eine Reise durch die Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte des "gelato" sowie durch Eisdielen von Sizilien bis zu den Alpen – immer auf der Spur der originellsten gefrorenen Spezialitäten. Peter Peter erzählt die erstaunliche Geschichte des "gelato" – von den ersten Zeugnissen in Keilschrift bis hin zur Gefährdung durch industriell gefertigte "ice cream" und dem Triumphzug des handwerklich gefertigten "gelato artigianale" mit exotischen Sorten wie Salzkaramell oder Sesam.

Peter Peter lehrte am Gastrosophiezentrum der Universität Salzburg. Der Münchner verfasste eine prämierte Kulturgeschichte der italienischen Küche sowie Literaturguides zu Sizilien und Neapel. Sein Umbrienbuch gewann den ENIT-Preis für den besten deutschsprachigen Italienführer. In der Kolumne »Peters Lebensart« im ›Rotary-Magazin‹, im Podcast »machtHunger« und im Blog »Laconique« informiert er über aktuelle gastronomische Tendenzen. Seine kulinarischen Italienreisen finden sich unter www.pietropietro.de.

Italienischer Literaturabend

Nach dem großen Erfolg des „Italienischen Literaturabends“ im letzten Jahr gibt es auch in diesem Herbst wieder einen Literaturabend. Cicuit Mitglieder werden wieder interessante Bücher aus Italien oder über Italien vorstellen.

Welches Buch lesen Sie zurzeit? Welches Buch hat einen bleibenden Eindruck bei Ihnen hinterlassen? Wollen Sie dieses Buch lesebegeisterten cicuit Mitgliedern vorstellen?

Wenn Sie ein interessantes Buch vorstellen wollen, melden Sie sich bitte bis zum 05.10.2026 (02323/8684 oder N.Gassmann@web.de).

Im Anschluss an die Buchvorstellungen besteht Gelegenheit zum Tausch von Büchern. Gut erhaltene Bücher können verschenkt oder getauscht werden. Für ein italienisches Ambiente (Getränke/Speisen) ist gesorgt.

Buchclub der Weltliteratur

In dieser Reihe soll fremdsprachliche preisgekrönte Literatur präsentiert werden. Jeden letzten Donnerstag im Monat wird Literatur aus einem anderen Land vorgestellt. Es freut uns sehr, dass wir italienische Literatur vorstellen dürfen.

In Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Bochum.

GERMAFIA. Die Mafia in Deutschland

Sandro Mattioli, Journalist und SPIEGEL-Bestseller-Autor sowie Vorsitzender von mafianeindanke e. V., stellt im Gespräch mit Alessandro Bellardita sein neuestes Werk zur Mafia in Deutschland vor, Titel: GERMAFIA, 2025 im Westend-Verlag erschienen. Mattioli skizziert in seinem Buch die wesentlichen Grundrisse sowie die Machenschaften der italienischen organisierten Kriminalität in Deutschland und versucht über einen persönlichen Erfahrungsbericht als Journalist darzulegen, welche Herausforderung die Mafia für das deutsche Justizsystem und für die deutsche Wirtschaft darstellt. Garantiert ein spannender Abend!