Ein Karnevalsfest in Venedig wird erstmals in der Chronik des Dogen Vitale Falier 1094 beschrieben. Die charakteristischen Masken werden bei Martino da Cànal dann im 13. Jahrhundert in einer Schilderung eines Zunftumzugs erwähnt. Zu Lebzeiten Giacomo Casanovas im 18. Jahrhundert erreichte der Karneval seine größte Pracht; zugleich wurden die Sitten immer lockerer. Die Blütezeit des Karnevals in Venedig endete, als 1797 die Markusrepublik durch Napoléon Bonaparte ihre Selbständigkeit verlor und Österreich angegliedert wurde. Der folgende wirtschaftliche Niedergang beeinträchtigte die Selbstdarstellung der Stadt erheblich. Aufwendige Prozessionen und Festumzüge gab es kaum noch.
1867, nur wenige Monate nach dem Anschluss Venedigs an das Königreich Italien, feierten die Venezianer erstmals wieder ein Karnevalsfest mit einem reichhaltigen Programm. Eine Società del Carnevale, die aus brava gente benemerita, wohlanständigen und honorigen Bürgern, zusammengesetzt war, organisierte die Festlichkeiten. Der Karneval sollte nicht länger eine Privatangelegenheit sein. Erklärtes Ziel der Organisatoren war es vielmehr, „Fremde anzuziehen, die Geld bringen …“ wie im Corriere di Venezia vom 10. Januar 1868 zu lesen war.
Eine nachhaltige Wiederbelebung des venezianischen Karnevals löste erst Federico Fellinis Film Casanova im Jahre 1976 aus. Federico Fellini, der Theaterregisseur Maurizio Scaparro, der Maskenmacher Guerrino Lovato und zahlreiche weitere Künstler organisierten die Wieder-erweckung des Karnevals, der insbesondere zur Biennale 1979 ein großer Erfolg war.
Schließlich nahmen sich die Hotelbesitzer des Karnevals an, der inzwischen zu einer internationalen Tourismusattraktion geworden war. Auch wurden traditionelle Veranstaltungen wie die Commedia dell’arte wieder aufgegriffen und beeinflussten ihrerseits die modernen Karnevalsmasken.
In Zusammenarbeit mit Fotografie & Kommunikation e.V. und der Deutsch-Italienischen Gesellschaft e.V. Hannover (DIK).
Max Peiffer Watenphul. Maler des Bauhaus
Die Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea präsentiert vom 21. April bis 23. August 2026 die Ausstellung Max Peiffer Watenphul. Maler des Bauhauses, kuratiert von Gregor H. Lersch und gewidmet einer zentralen, bislang jedoch noch vergleichsweise wenig erforschten Persönlichkeit der europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts.
Ausgebildet am Bauhaus in Weimar zwischen 1919 und 1922, entwickelte Max Peiffer Watenphul (Weferlingen, 1896 – Rom, 1976) innerhalb der Avantgarde einen eigenständigen künstlerischen Weg, wobei die Malerei stets sein zentrales Forschungsfeld blieb. Im Dialog mit Künstlern wie Paul Klee, Oskar Schlemmer und Johannes Itten spiegelt sein Werk eine persönliche und figurative Interpretation der Bauhaus-Erfahrung wider, geprägt von einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit Farbe, Komposition und Landschaft.
Anhand von rund 80 Werken zeigt die Ausstellung das gesamte Spektrum seines Schaffens und hebt sowohl die Kohärenz als auch die Entwicklung seiner Bildsprache hervor: von den frühen Arbeiten und der Bauhauszeit über die während seiner Aufenthalte in Italien entstandenen Landschaften und Stillleben bis hin zur venezianischen Phase nach dem Zweiten Weltkrieg, in der seine Malerei ihre volle Ausdrucksreife erreicht. Gemälde, Aquarelle, Fotografien, Briefe und Archivmaterialien vermitteln die Komplexität seiner künstlerischen Forschung sowie das Netzwerk künstlerischer Beziehungen, das seine Laufbahn prägte.
Die Ausstellung ist in fünf Räume gegliedert und folgt einer chronologischen sowie thematischen Struktur, die die wichtigsten Bereiche seines Schaffens beleuchtet: die Ausbildung, das Bauhaus und die deutsche Avantgarde, die Fotografie, die Nachkriegsmalerei und den venezianischen Zyklus. Eine Auswahl von Werken von Künstlern wie Otto Dix, Alexej von Jawlensky, Paul Klee und Oskar Schlemmer aus der eigenen Sammlung des Künstlers trägt dazu bei, den kulturellen Kontext und die künstlerischen Dialoge nachzuzeichnen, die sein Werk beeinflusst haben.
Die Ausstellung wird von der Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea und der Fondazione Max Peiffer Watenphul ETS organisiert, in Zusammenarbeit mit dem Museo Casa di Goethe und mit Unterstützung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in Berlin, unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland.
Informationen: https://gnamc.cultura.gov.it
Quelle: Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea
Abb.: Max Pfeiffer Watenphul: Palazzo Donà Giovanelli, 1948 (Fondazione Max Peiffer Watenphul)
NEWTON / GOETHE / GALILEO
Das Museum Casa di Goethe in Rom zeigt vom 30.4. bis 4.10.2026 eine Einzelausstellung des Konzeptkünstlers Mischa Kuball. In zwei Werkkomplexen setzt sich der Künstler mit zwei bedeutenden Ereignissen der Wissenschaftsgeschichte auseinander: Eine eigens für die Casa di Goethe neu entwickelte Arbeit stellt visuell die gegensätzlichen Auffassungen von Johann Wolfgang von Goethe und Isaac Newton zur Farbenlehre und Lichtbrechung in einem offenen, zeitgenössischen Dialog gegenüber. Die Installation five suns–after Galileo, thematisiert Galileo Galileis Betrachtungen der Sonnenflecken, die im frühen 17. Jahrhundert zum Konflikt mit der katholischen Kirche führten.
Mischa Kuball (*1959) arbeitet seit über drei Jahrzehnten vornehmlich mit dem Medium Licht und greift in seiner künstlerischen Praxis soziale und politische Themen auf; immer wieder beziehen sich seine Arbeiten auch auf wissenschaftliche Fragestellungen, etwa Neurowissenschaften oder die Kunsttheorie von Aby Warburg. Öffentliche wie private Räume werden dabei zu Plattformen für den Austausch zwischen Publikum, Künstler und Werk. Die Präsentation in Rom wird kuratiert von Gregor H. Lersch, dem Leiter der Casa di Goethe.
Die eigens für die Ausstellung entstandene Installation Newton/Goethe (luce nera) bildet den Auftakt. Hier wird die historische Diskussion um Lichtbrechung und Farbentheorie raumgreifend erfahrbar. Goethes intensive Beschäftigung mit Licht und Farbe fand ihren Niederschlag in der 1810 veröffentlichten Schrift „Zur Farbenlehre“. Darin widersprach er ausdrücklich Newtons physikalischem Modell, nach dem Farbe durch die Zerlegung weißen Lichts in Spektralfarben entsteht. Während Newton Farbe als objektive Eigenschaft des Lichts verstand, rückte Goethe die menschliche Wahrnehmung in den Mittelpunkt: Farben entstehen für ihn im Übergang von Licht und Finsternis und sind untrennbar mit dem sehenden Subjekt verbunden. Sein Ansatz war ganzheitlich angelegt und er verstand Farbe als Erfahrungsphänomen. Obwohl seine Theorie aus naturwissenschaftlicher Sicht umstritten blieb, entfaltete sie eine nachhaltige Wirkung auf Kunst, Wahrnehmungstheorie und Ästhetik und prägte das Denken zahlreicher Künstlerinnen und Künstler bis heute.
Mischa Kuball greift den historischen Diskurs in einer raumgreifenden Installation auf, in der Goethes und Newtons Vorstellungen von Lichtbrechung in einer Projektion auf einen rotierenden Körper miteinander verschränkt werden. Durch Bewegung, Überlagerung und kontinuierliche Veränderung entstehen instabile Farbkonstellationen, die sich dem eindeutigen Zugriff entziehen. Farbe erscheint hier nicht als festes Resultat, sondern als Prozess, der von Lichtquelle, Raum, Zeit und Perspektive abhängt. Der Betrachter wird Teil eines Wahrnehmungsgeschehens, das zwischen naturwissenschaftlicher Analyse und subjektiver Erfahrung oszilliert und damit zentrale Fragen von Erkenntnis und Sichtbarkeit verhandelt.
In der Installation five suns – after Galileo wird im zweiten Teil der Ausstellung Licht auf fünf rotierende Gläser unterschiedlicher Farbe projiziert. Galileo beobachtete die sich bewegenden und verändernden Sonnenflecken und hielt sie in einer Reihe von Bildern fest. Ohne genau zu wissen, was diese Sonnenflecken genau bedeuteten, sah Galileo in ihnen eine Bestätigung der kopernikanischen Weltanschauung im Gegensatz zu den Dogmen der damaligen Kirche: Die Erde ist keine Scheibe, sondern eine Kugel, sie ist nicht der Mittelpunkt des Universums, sondern einer von mehreren Planeten, die um die Sonne kreisen. In Fortführung der galileischen Intuition präsentiert Kuball mit seiner Installation seine eigene Vorstellung von visuellem Wissen und Denken. Galileo etablierte eine neue Form des Sehens: nicht das autorisierte Sehen, sondern das ‚instrumentell erweiterte, individuelle, überprüfbare Sehen‘. Dabei wird deutlich, dass Sichtbarkeit nicht neutral, sondern immer in Machtverhältnisse eingebettet ist. Zudem schlägt der Konflikt Galileos mit der katholischen Kirche einen inhaltlichen Bogen in die Papststadt Rom.
five suns – after Galileo wird als Leihgabe der Monika Schnetkamp Collection Düsseldorf präsentiert. Monika Schnetkamp, Unternehmerin, Gründerin und Stifterin der Kunstinstitution KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION, erhielt 2023 die Maecenas-Ehrung des Arbeitskreises selbständiger Kulturinstitute e. V. (ASKI), dem Trägerverein der Casa di Goethe.
Eine Kooperation zwischen der Casa di Goethe, Rom und KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION, Düsseldorf.
Informationen: casadigoethe.it
Quelle/Abb.: Casa di Goethe
Die berühmten Stadtansichten von Giovanni Antonio Canal (besser bekannt als Canaletto) und seinem Neffen Bernardo Bellotto (der sich oft ebenfalls Canaletto nannte, um die Verbindung zu seinem berühmten Onkel herauszustreichen) stehen im Mittelpunkt der Ausstellung im Kunsthistorischen Museum. Mit Hilfe optischer Geräte wie der Camera obscura studierten diese beiden venezianischen Maler europäische Städte mit wissenschaftlicher Präzision und verwandelten das Gesehene schöpferisch in großartige, szenische Bilder.
Beide Künstler malten zunächst spektakuläre Ansichten ihrer Heimatstadt Venedig; verließen die Lagunenstadt aber, um ihre Karriere im Ausland fortzusetzen: Canaletto zog nach London, während Bellotto in Dresden und Wien arbeitete.
Mit bedeutenden internationalen Leihgaben – viele davon noch nie zuvor in Österreich gezeigt – lädt die Ausstellung dazu ein, die Stadt des 18. Jahrhunderts wiederzuentdecken, und ebenso zwei Künstler, deren Karrieren ein Europa widerspiegeln, das geprägt war von Mobilität, Krieg und Unsicherheit.
Informationen: www.khm.at
Quelle: Kunsthistorisches Museum Wien
Abb.: Canaletto (1697–1768): Die Riva degli Schiavoni in Venedig, um 1730, Öl auf Leinwand, 46 × 63 cm, Kunsthistorisches Museum, Wien, Gemäldegalerie (© KHM-Museumsverband)
PALERMO - Gegenwart und Glück II
Anlässlich des Jubiläums "10 Jahre Städtepartnerschaft Düsseldorf/Palermo" präsentieren die Johanna Ey Foundation und der Verein Düsseldorf-Palermo e.V. die Ausstellung "PALERMO – Gegenwart und Glück II". Gezeigt werden Werke der Künstlerinnen und Künstler Frederic Bahr, Marina Bochert, Inessa Emmer, Benjamin-Novalis Hofmann und Tino Kukulies. Alle erhielten in den vergangenen Jahren ein Residenzstipendium in der Partnerstadt Palermo, das seit zwei Jahren von der Johanna Ey Foundation unterstützt wird. Die ausgestellten Arbeiten nehmen unmittelbar Bezug auf ihren Aufenthalt in Palermo.
Eröffnung: 27. März ab 19 Uhr
Die Ausstellung erkundet die Einflüsse italienischer Fotografie seit den 1980er Jahren auf die Entwicklung der europäischen Fotogeschichte. Gezeigt werden bis zu 320 Arbeiten von rund 40 Fotograf:innen, das Spektrum umfasst Porträts, konzeptionelle und serielle Arbeiten, sozial, politisch und gesellschaftlich verortete Aufnahmen und Landschaftsfotografien, die einen besonderen Stellenwert in der italienischen Kunst einnehmen.
Künstler:innen in der Ausstellung:
Giulia Agostini, Marina Ballo Charmet, Fabio Barile, Gabriele Basilico, Michele Borzoni, Andrea Botto, Michele Buda, Michele Cera, Federico Clavarino, Tomaso Clavarino, Carmen Colombo, Mario Cresci, Paola De Pietri, Davide Degano, Paola Di Bello, Matteo Di Giovanni, Simone Donati, Alessandra Dragoni, Cesare Fabbri, Marcello Galvani, Luigi Ghirri, William Guerrieri, Guido Guidi, Giulia Iacolutti, Francesca Iovene, Armin Linke, Nicola Lo Calzo, Sara Lorusso, Rachele Maistrello, Allegra Martin, Marco Marzocchi, Maurizio Montagna, Francesco Neri, Walter Niedermayr, Luca Nostri, Michela Palermo, Sara Palmieri, Iacopo Pasqui, Piero Percoco und Alessandro Ruzzier und weitere.
Eine Ausstellung des IKS Photo Düsseldorf, der Kunsthalle Darmstadt, des SCHAUWERK Sindelfingen und der Draiflessen Collection Mettingen.
Informationen: www.schauwerk-sindelfingen.de
Quelle: Schauwerk Sindelfingen
Foto: Luighi Ghirri: Marina di Ravenna, 1986, © Luigi Ghirri
Giovanni Boldini. La seduzione della pittura
Die Ausstellung, die den Meister der Porträtmalerei der Belle Époque würdigt, kann auf Beiträge renommierter öffentlicher und privater Sammlungen zählen, darunter die Uffizien und das Museo Giovanni Boldini in Ferrara.
Der über 100 Werke umfassende Ausstellungsparcours erzählt anhand der Schönheit, insbesondere der weiblichen, die Gegenstand einer kontinuierlichen ästhetischen Forschung und einer tiefgreifenden psychologischen Untersuchung war, die Entwicklung von Boldinis Malerei.
Sie ist in sechs Abschnitte unterteilt, die die gesamte Karriere des Künstlers nachzeichnen: von den Werken seiner Florentiner Zeit im Dialog mit den Macchiaioli über Szenen aus seinen ersten Jahren in Paris bis hin zu den ikonischen Femmes fatales in Lebensgröße und der Atmosphäre des Fin de Siècle.
Neben den Werken Boldinis sind auch Arbeiten seiner Zeitgenossen zu sehen, darunter Odoardo Borrani, Vittorio Matteo Corcos, Giuseppe De Nittis, Vincenzo Gemito, Paul César Helleu, Antonio Mancini, Telemaco Signorini und Federico Zandomeneghi. Sie alle tragen dazu bei, das figurative Panorama zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert zu kontextualisieren.
Informationen: www.contemplazioni.it/boldinilucca
Quelle/Abb.: Contemplazioni
Sibille. Voci oltre il tempo, oltre la pietra
Der Protagonist der Ausstellung ist die Kumanische Sibylle von Domenichino, ein Meisterwerk aus dem 17. Jahrhundert, das aus der Galleria Borghese in Rom stammt und von acht zeitgenössischen Skulpturen des Künstlers Christian Zucconi aus Piacenza flankiert wird.
Der Rundgang bietet eine faszinierende Reise durch den Mythos der Sibyllen, prophetische Gestalten, die an verschiedenen symbolträchtigen Orten von Piacenza präsent sind, wie der Kathedrale, Santa Maria di Campagna und der Basilika San Francesco, und bringt dabei antike und zeitgenössische Kunst in einen Dialog. Die Werke von Zucconi aus persischem rotem Travertin und Eisen erneuern die Bedeutung des Mythos durch eine starke symbolische und psychologische Dimension.
Die Ausstellung schafft eine ideale Brücke zwischen Meistern wie Pordenone, Malosso, Guercino und Domenichino und der aktuellen künstlerischen Forschung und bestätigt die Vitalität des Themas der Sibylle in der Geschichte der italienischen Kunst.
Informationen: www.palazzofarnese.piacenza.it
Quelle/Abb.: Palazzo Farnese
Sergio Ponchione: Segni Olimpici
Jede Olympiade kennt Heldinnen und Helden. Manchmal sind es sehr bekannte Sportlerinnen und Sportler, die erneut einen Rekord brechen. Manchmal gar gänzlich unbekannte Athleten, die aufgrund besonderer Leistungen oder Anekdoten im kollektiven Gedächtnis haften bleiben. Die olympischen Winterspiele bilden dabei keine Ausnahme. Für das Publikum des Italienischen Kulturinstituts Stuttgart hat der Illustrator und Comic-Zeichner Sergio Ponchione einige legendäre Wettkämpfe und ihre italienischen Protagonisten aus den vergangenen 23 Winterspielen unter die Lupe genommen und für uns in Zeichnungen umgesetzt.
Öffnungszeiten: Do. 10.00 – 18.00 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung.
Organisiert von: Italienisches Kulturinstitut Stuttgart in Zusammenarbeit mit: Associazione "Mo' Better Football" Modena, AERS - Associazione Emilia-Romagna in Stuttgart e.V., Freunde des Italienischen Kulturinstituts Stuttgart e.V.
Fremde Nachbarn - Rom und die Germanen
Römer und Germanen – zwei Kulturen, die über Jahrhunderte nebeneinander lebten, sich begegneten, bekriegten und beeinflussten. Zwischen Handel, kulturellem Austausch, Allianzen und Auseinandersetzungen lagen Nähe und Distanz oft dicht beieinander. Nationale und internationale archäologische Funde beider Kulturen lassen Geschichten lebendig werden, die uns bis heute etwas über ihr Zusammenleben erzählen. Denn das Verhältnis zwischen Römern und Germanen formte nicht nur das antike Europa – es wirft auch Fragen auf, die bis in unsere Gegenwart reichen: Wie gehen wir mit dem Fremden um? Wie entstehen Vorurteile? Und was können wir aus der Geschichte lernen, um neue Wege des Miteinanders zu finden?
Die Große Sonderausstellung „Fremde Nachbarn”, die im Limesmuseum Aalen gezeigt wird, erzählt von Begegnungen und dem Alltag der Menschen diesseits und jenseits des Limes – von Waffen und Weingefäßen, von römischen Städten und germanischen Dörfern, von Grabbeigaben und Inschriften. Erleben Sie, wie vor 2.000 Jahren gehandelt, gestritten – und voneinander gelernt wurde.
Quelle: Limesmuseum Aalen
Abb.: Grabstein des neckarsuebischen Soldaten Respectus, Ausschnitt (© Kurpfälzisches Museum Heidelberg)