Die neuen Bilder des Augustus

Augustus markiert einen Wendepunkt in der römischen Geschichte. Der erste Kaiser (27 v. Chr. bis 14 n. Chr.) besitzt nicht nur eine immense Macht, sondern bedient sich auch neuartiger Kommunikationsstrategien. Das Bucerius Kunst Forum thematisiert mit der Ausstellung Die neuen Bilder des Augustus. Macht und Medien im antiken Rom  einen zentralen Aspekt antiker Bildkultur: den regelrechten Bilderboom, der sich unter dem ersten römischen Kaiser Augustus Bahn bricht.

Die erste Ausstellung zu Augustus in Deutschland seit 34 Jahren präsentiert mit 220 Objekten wie Statuen, Büsten, Reliefs, Wandgemälden, Münzen und Keramiken, die u.a. aus dem Louvre in Paris, den Uffizien in Florenz, den Kapitolinischen und Vatikanischen Museen in Rom, dem Archäologischen  Nationalmuseum in Neapel und weiteren bedeutenden europäischen Museen und Sammlungen stammen, die Bilder und Monumente dieser Zeit.

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Die Alleinherrschaft Augustus und dem damit einhergehenden Übergang von der Republik zur Kaiserzeit stellt einen drastischen Bruch in der römischen Geschichte dar: Dabei spielten Bilder eine ungeahnte Rolle. Eine neue Lust am Bild führte zu einem neuen Umgang mit Medien und veränderte den Stil in den verschiedenen Gattungen wie Wandmalerei, Skulptur, Architektur oder Alltagsgegenständen. Auch neue Auftraggeber:innen – nicht nur die Eliten, sondern die Gesellschaft in ihrer ganzen Breite beauftragten und rezipierten nun Bildwerke – sorgten für eine nie zuvor dagewesenen Bilderreichtum an allen Orten. Die regelrechte Kopistenindustrie griff im großen Stil auf neu erschlossene Marmorsteinbrüche zurück.

Die Ausstellung zeigt in fünf Kapiteln den neuen Umgang mit Bildern: Das Bild des Kaisers und der Kaiserin, Neue Narrative und einprägsame Bilder, Das neue Bild der Stadt, Neue und alte Bilder im Kult und Bilder im Haus zwischen Tradition und Innovation.

Zu Beginn werden die Bildinnovationen anhand der Selbstdarstellung des Kaisers greifbar gemacht. Durch Bildnisse in Form von Porträtköpfen, Büsten, Statuen und Münzen, die in zuvor unerreichter Omnipräsenz in Rom und in den Provinzen Verbreitung fanden, kommunizierte das Kaiserhaus in diversen Medien mit dem Volk. Für seine Selbstdarstellung nutzte Augustus zudem neue Narrative und einprägsame Bilder über die Geschichte der Stadt Rom, die göttliche Herkunft seiner Familie, seine Erfolge oder die Sieghaftigkeit des Kaisers im Allgemeinen. Diese Bildideen wurden u.a. an prominenten neuen Bauten zur Schau gestellt und im ganzen Reich rezipiert. In der Ausstellung sind diese auf Wandfresken, Architekturfragmenten, Terrakotten, Statuen und Statuetten, Reliefs und Inschriften zu sehen. Auch das Stadtbild Roms veränderte sich zur Zeit von Augustus durch prestigeträchtige Bauvorhaben. Anhand ausgewählter Gebäude wie dem Augustusforum wird dies in der Ausstellung sichtbar gemacht. Augustus propagierte diese Bauten und auch die Bauvorhaben über die Darstellung auf Münzen im ganzen Reich. Besonders deutlich zeigte sich die neue Lust am Bild zu Beginn der Kaiserzeit auch im privaten Bereich. Neben den Wandmalereien, den neuen Bildergalerien und Pinakotheken gilt dies auch für die Skulpturen, marmorne und bronzene Dreifüße und Kandelaber, welche die Gärten der Reichen bevölkerten. Auch das Tafelgeschirr wurde als Bildträger entdeckt.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Italienischen Republik.

Informationen: www.buceriuskunstforum.de

Fotos: 1) Kopf des Augustus mit Bürgerkrone, um 40 n. Chr., München, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, Inv. GL 350A (© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek), 2) Ausstellungsansicht: Die neuen Bilder des Augustus. Macht und Medien im antiken Rom (Foto: Ulrich Perrey)

Muse oder Macherin? Frauen in der italienischen Kunstwelt 1400 – 1800

Mit ihrer Kunst stellten sie ihre Väter, Brüder und Männer in den Schatten. Sie schufen Werke, die in ganz Europa begehrt waren, sie wussten sich zu vermarkten, Netzwerke aufzubauen und waren Vorbilder. Sie sammelten Kunst und unterstützen Künstler*innen. Frauen wie Rosalba Carriera, Artemisia Gentileschi, Elisabetta Sirani, Diana Scultori, Isabella d’Este und Christina von Schweden, deren Werke, Schicksale und enormer Einfluss auf die Kunstwelt ihrer Zeit heute teilweise vergessen sind. Die Ausstellung beleuchtet genau diese Aspekte und thematisiert die vielfältige, aktive Rolle der zahlreichen Frauen in der italienischen Kunst vor 1800 anhand von Zeichnungen und Druckgraphiken aus der reichen Sammlung des Kupferstichkabinetts sowie einigen besonderen Leihgaben.

Eine Sonderausstellung des Kupferstichkabinetts unter Mitarbeit von Achtet AlisMB, dem Jugendgremium der Staatlichen Museen zu Berlin.

Weitere Informationen: www.smb.museum

Abb.: Rosalba Carriera: Selbstbildnis der Künstlerin, Detail, 1707/1708, Rötel auf beigefarbenem Papier ( © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Jörg P. Anders)

Marinetti und der Futurismus: Ein Manifest für eine neue Welt

Am 20. Februar 1909 führt der italienische Dichter Filippo Tommaso Marinetti mit seinem futuristischen Manifest in der französischen Zeitung Le Figaro ein neues künstlerisches Zeitalter ein. In dem Manifest preist er die Geschwindigkeit, die Zukunft, die Aggressivität und den Aktivismus und lehnt gleichzeitig die Vergangenheit vehement ab. Diese kraftvollen Themen sprechen viele junge Künstler und Intellektuelle an, wodurch sich ihm schnell eine Gruppe junger Futuristen anschließt. In den darauffolgenden drei Jahrzehnten nutzen die Futuristen ihre Vorstellungskraft, um einer radikalen neuen Zukunft Ausdruck zu verleihen. In der Ausstellung "Marinetti und der Futurismus: Ein Manifest für eine neue Welt" verfolgt das Rijksmuseum Twenthe die Entwicklung des Futurismus anhand seines charismatischen Anführers Marinetti.

Ein Künstler im Zwiespalt
Als Anführer der Bewegung wird Marinetti seiner Zeit immer wieder damit konfrontiert, dass die faschistische Realität stark von seinen revolutionären Ideen abweicht. Er ist dadurch oft auf der Suche nach dem richtigen Weg für die neue Welt, die er sich vorstellt, die aber in Wirklichkeit viel komplexer ist als es scheint.

Gegensätze im Futurismus
Kunst wird immer auch durch die politischen Geschehnisse beeinflusst und muss sich kontinuierlich neu erfinden. Diese Gegensätze zeigen sich auch in Marinettis Leben und seinem avantgardistischem Futurismus. Handelt es sich dabei um eine vorausschauende und utopische Ideologie oder um plumpe Propaganda für ein faschistisches Regime, getarnt in modernistischer Formensprache?

Die Evolution des Futurismus
In der Ausstellung werden sowohl die Werke der ersten Generation von Futuristen, wie Gino Severini, Umberto Boccioni und Giacomo Balla, ausgestellt als auch Werke späterer Futuristen, wie Roberto Marcello Baldessari, Fortunato Depero und Tato. So entsteht ein detailliertes Bild über die Entwicklung des Futurismus. Zusätzlich zeigen zahlreiche Texte und Dokumentationsmaterialien den Futurismus als Manifest für eine neue Welt.

Weitere Informationen: www.rijksmuseumtwenthe.nl

Abb.: Giacomo Balla, Pistolenschuss am Sonntag, 1918, Öl auf Leinwand (Banca D’Italia Roma)

Michelangelo und die Folgen

Michelangelo, einer der Hauptmeister der Renaissance, und die Wiedergabe des menschlichen Aktes stehen im Zentrum dieser großen Ausstellung. Die Kunst des Zeichners, Malers und Bildhauers Michelangelo Buonarroti fasziniert vor allem durch die Kraft und Monumentalität der von ihm dargestellten Körper: Sie sind voller Energie und erfüllt von heftigen Emotionen, transportieren aber auch innere Spannungen und Konflikte.

Wie kein Anderer steht Michelangelo stellvertretend für das neue Körperverständnis der italienischen Renaissance: Die Wiederentdeckung des Körperideals der römisch-griechischen Antike führt zu bahnbrechenden Neuerungen bei der Darstellung der menschlichen Anatomie, von Proportion, Umriss und Volumen, von Verkürzung, Überschneidung und Bewegung. In den Ateliers und Kunstakademien wird das Studium des – zunächst nur männlichen – nackten Körpers zur Grundlage der Ausbildung.

Michelangelo selbst zeichnete kaum eine nackte Frau, sondern verlieh männlichen Körpern eine feminine Anmutung. Erst allmählich ersetzt auch beim weiblichen Akt der Blick auf die Natur das Antikenstudium. Michelangelos neues Figurenideal, seine Kraft des Ausdrucks sowie sein Streben nach Schönheit und Perfektion inspirierten nicht nur Künstler aus seinem unmittelbaren Umkreis, sondern auch nachfolgende Generationen.

Mit einer höchstkarätigen Werkauswahl vom 15. bis ins 21. Jahrhundert zeichnet die Ausstellung anhand unterschiedlichster Themenbereiche die vielen Möglichkeiten zur Auslotung des menschlichen Aktes nach. Von den eindrucksvollen Zeichnungen Michelangelos und seines Kreises aus der ALBERTINA spannt sich der Bogen über das biblische erste Menschenpaar Adam und Eva und den gemarterten Jesus Christus zu antiken Helden und Göttern, von Anatomie- und Atelierstudien über mathematisch konstruierte Idealkörper und deren Gegenentwürfe bis zu sinnlichen Frauenfiguren und zur Neuinterpretation des Aktes in der Moderne.

Weitere Informationen: www.albertina.at

Abb.: Egon Schiele: Grimassierendes Aktbildnis, 1910, Bleistift, Kohle, Pinsel, Deckfarben mit proteinhaltigen Bindemitteln (ALBERTINA, Wien)

Sofonisba Anguissola. Porträtistin der Renaissance

Vom 12. Februar bis zum 11. Juni 2023 organisiert das Rijksmuseum Twenthe in Zusammenarbeit mit dem dänischen Nivaagaards Malerisamling die erste monografische Ausstellung über Leben und Werk der italienischen Renaissancemalerin Sofonisba Anguissola (um 1532-1625) in den Niederlanden. Anguissola war eine der talentiertesten Porträtmalerinen des italienischen 16. Jahrhunderts. Durch geschickte Karriereschritte kommt sie dem Wunsch des Adels nach, sich zu verewigen, und gelangt Ende des 16. Jahrhunderts in die inneren Kreise der spanischen Königsfamilie.

Sofonisba Anguissola ist eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der Renaissance und von ihren Zeitgenossen für ihr Talent und ihre Kreativität gelobt. So schreibt Giorgio Vasari, der berühmte italienische Künstlerbiograph, in seinem Werk „Le vite de' più eccellenti pittori, scultori e architettori“ von 1568, dass die Figuren in Anguissolas Porträts so lebensecht wirken, dass sie zu atmen scheinen. Dieses Kompliment wurde häufiger gemacht, war aber bisher Vorgängern und Kollegen, wie Jan van Eyck oder Leonardo da Vinci, vorbehalten. Auch Michelangelo Buonarroti lobte Anguissola in einem Briefwechsel mit ihrem Vater, Amilcare Anguissola, für die Art und Weise, wie sie in ihren Zeichnungen die Emotionen der Trauer einfängt. Vasari schreibt dazu, dass es nichts Schöneres und Lebensechteres gibt als die Figuren auf dieser Zeichnung.

Auch in ihrem späteren Leben wurde Anguissola bewundert. Anthony van Dyck besucht sie in Sizilien. Er schreibt über diese Begegnung in sein Tagebuch und fügt eine Skizze von ihr hinzu. Laut dem italienischen Schriftsteller Filippo Baldinucci hat dieser bei seinem Besuch in Anguissola mehr über Malerei erfahren und aus seinen Gesprächen mit ihr gelernt als mit jedem anderen. In den Jahren nach ihrem Tod bleibt die Bewunderung für Anguissola ungebrochen. So wird sie vom Historiker Raffaele Soprani 1674 als „la più illustre Pittrice d'Europa“ – die berühmteste Malerin Europas beschrieben.

Für die Ausstellung im Rijksmuseum Twenthe wird der Lebensweg Anguissolas als Leitmotiv dienen. Ihr Leben ist durch drei Schlüsselmomente geprägt: ihre Kindheit und Erziehung in Cremona, ihre Zeit als Hofdame am spanischen Hof in Madrid und ihre letzten Lebensjahre in Sizilien und Genua. Anhand dieser drei verschiedenen Orte zeigt die Ausstellung die künstlerische Entwicklung der Künstlerin, angefangen bei den frühen Familienporträts bis hin zu den zurückhaltenden religiösen Darstellungen, die Anguissola in ihren letzten Lebensjahren schuf. Die Ausstellung wird auch einen Eindruck von den Lebensbedingungen im 16. Jahrhundert in Italien und Spanien vermitteln, indem sie Kostüme, Literatur und Musikinstrumente zeigt.

In ihrer eigenen Zeit wird Anguissola als ein Wunder beschrieben. Mit dieser Ausstellung will das Rijksmuseum Twenthe zeigen, wie sie zu einer anerkannten und gefragten Künstlerin wurde in einer Zeit, als dies nicht selbstverständlich war und es stark restriktive Vorstellungen über Frauen ihres Standes gab. Mit mehr als drei Vierteln des überlieferten Werks werden wir zeigen, wie innovativ sie war und wie sie sich zu einer der berühmtesten Porträtmalerinnen der italienischen Renaissance entwickelte.

Weitere Informationen: www.rijksmuseumtwenthe.nl

Abb.: Sofonisba Anguissola: Het schaakspel, ca. 1555, olieverf op doek (The Raczyński Foundation, Muzeum Narodowe w Poznaniu, Poznań)

Colore e sentimento. Portrait- und Landschaftsmalerei im Venedig der Renaissance

Die Ausstellung widmet sich den herausragenden Neuerungen der venezianischen Malerei in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Sie konzentriert sich auf die Gattungen Porträt und Landschaft und stellt damit zentrale Themen der visuellen Kultur der vom Handel und Humanismus geprägten Lagunenstadt in den Fokus. Der einfühlsamen Darstellung von Mensch und Natur galt die besondere Aufmerksamkeit der führenden Maler von Giovanni Bellini über Giorgione, Palma Vecchio und Lorenzo Lotto bis zu Tizian: Ihre subtilen Darstellungen von Individualität changieren zwischen Real- und Idealbildnis, zwischen repräsentativen und lyrischen Porträts, und ihre stimmungsvollen Landschaftsszenerien etablierten sich schnell als eigenständiges Bildthema. Die günstige lokale Konstellation einander vertrauter Künstler und Auftraggeber, die über ein hohes Maß an Sensibilität und Offenheit verfügten, ermöglichte markante Innovationen. Mit rund 80 Meisterwerken – Spitzenstücke der Münchner Sammlung erstmals vereint mit zahlreichen internationalen Leihgaben – macht die Ausstellung bahnbrechende, bis weit in die Moderne nachwirkende Entwicklungen der venezianischen Malerei erfahrbar.

Weitere Informationen: www.pinakothek.de

Abb.: Jacopo Palma il Vecchio (zugeschrieben): Daphnis, um 1513/15, wohl Pappelholz, 19,8 x 16,4 cm (© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München)

Guido Reni. Der Göttliche

In einer groß angelegten Ausstellung entdeckt das Städel Museum ab dem 23. November 2022 den einstigen Malerstar des italienischen Barock wieder: Guido Reni (1575–1642). Zu seiner Zeit war Reni einer der erfolgreichsten und gefeiertsten Maler Europas, begehrt bei den bedeutendsten Auftraggebern, zu denen etwa der Borghese-Papst Paul V., der Herzog von Mantua oder die englische Königin zählten. Im 19. Jahrhundert aufgrund anderer ästhetischer Vorlieben kaum geschätzt und später durch die einseitige Konzentration auf seinen zeitweisen Rivalen Caravaggio in die zweite Reihe verdrängt, hat er heute im allgemeinen Bewusstsein nicht mehr den Platz, den er verdient.

Erstmals seit über 30 Jahren führt das Städel Museum in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid rund 130 seiner faszinierenden Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken zusammen und eröffnet einen neuen Blick auf Guido Reni. Der Maler war zutiefst religiös und zugleich abergläubisch, sagenhaft erfolgreich und hoffnungslos spielsüchtig, wie eine zeitgenössische Biografie mitteilt. Den ehrenvollen Beinamen Il divino (dt. „Der Göttliche“) erhielt Reni schon zu Lebzeiten – dieser bezieht sich auf seinen Ruhm als Künstlerstar, der sich im Wissen um sein Können gelegentlich auch divenhaft verhielt. „Der Göttliche“ verweist aber auch auf seine Themen: Reni ist der Maler des Göttlichen. Mit seiner Kunst prägte er die europäische Bildwelt tiefgreifend und übersetzte wie kein anderer die Schönheit des Göttlichen in Malerei – gleich ob es sich um den christlichen Himmel oder die antike Götterwelt handelte. Die enorme Wirkung seines Schaffens zeigt sich etwa in den unzähligen Varianten seiner Darstellungen des Hauptes Christi und Mariens mit zum Himmel gewandtem Blick, deren Reproduktionen sich noch heute als Einlegeblätter in katholischen Gebetsbüchern finden. Diese beispiellose Rezeptionsgeschichte hat Renis Image lange negativ geprägt und die eigentlichen Qualitäten sowie andere faszinierende Aspekte seiner Kunst aus dem Bewusstsein verdrängt.

Neben Hauptwerken aus der Sammlung des Städel Museums wie dem bedeutenden Frühwerk Himmelfahrt Mariens (um 1598/99) oder dem jüngst restaurierten Gemälde Christus an der Geißelsäule (um 1604) präsentiert die Ausstellung herausragende Arbeiten aus über 60 internationalen Museen und privaten Sammlungen, u. a. aus dem Museo Nacional del Prado, Madrid, der Pinacoteca Nazionale in Bologna, den Uffizien in Florenz, dem J. Paul Getty Museum und dem LACMA in Los Angeles, dem Metropolitan Museum of Art in New York und dem Louvre in Paris. Zudem ist eine Reihe von neu entdeckten und noch nie ausgestellten Werken Renis im Städel Museum zu sehen. Ergänzt wird diese Auswahl punktuell durch Gegenüberstellungen mit Werken von Vorbildern und Zeitgenossen, mit denen sich der Maler auseinandergesetzt hat (darunter Raffael, Parmigianino oder Annibale Carracci), sowie durch rare historische Dokumente, wie sein Rechnungsbuch der Jahre 1609–1612.

Weitere Informationen: www.staedelmuseum.de

Abb.: Guido Reni (1575–1642): Bacchus und Ariadne, um 1614–16, Öl auf Leinwand, 96 x 86 cm, Los Angeles County Museum of Art, Los Angeles (Foto: Foto: Los Angeles County Museum of Art, Los Angeles)

Nach Italien - Eine Reise in den Süden

Der Duft von Zitronen, magisches Licht, verwunschene Landschaften: Sehnsuchtsort Italien! Lange bevor der Massentourismus das Reisen zur Normalität machte, pilgerten Adelige, reiche Bürgerliche und viele Künstler gen Süden. Die Ausstellung folgt ihnen in das Land ihrer Träume – zeigt aber auch den italienischen Blick auf die eigene Heimat. Piranesi, Ahlborn, Signac und Slevogt: Sie alle haben Landschaften, Licht und Leute Italiens auf ihre ganz eigene Weise eingefangen und damit persönliche Visionen ihres Sehnsuchtsorts geschaffen.

In der Ausstellung werden die Italienreisen exemplarisch anhand von Gemälden, Graphiken, Münzen und Plastiken aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Die Kunstwerke stammen aus fünf Jahrhunderten und zeigen einmal mehr die kunsthistorische Bandbreite und herausragende Qualität der Landesgalerie.

Seit der Renaissance machten sich junge Menschen auf in den Süden, zunächst vor allem Künstler und Adlige, seit dem 19. Jahrhundert auch Bürgerliche aus gehobenem Hause. Die angehenden Maler und Bildhauer gingen oft zu Fuß, um in Werkstätten berühmter  Meister eine Lehre anzufangen. Für die meisten Angehörigen höherer Kreise war es aber eine Kavaliersreise mit größtmöglichem Komfort. Ihr Verkehrsmittel war das Pferd, bis sich im 18. Jahrhundert die Kutsche durchsetzte. Diese Bildungsreise nannte man "Grand Tour", wovon sich unser heutiges Wort "Touristen" ableitet. Getrieben von künstlerischer Neugierde suchten die Reisenden nach Inspiration, Freiheit und einem neuen Lebensgefühl. Im Zentrum der europäischen Kunst bewunderten sie antike Meisterwerke und wandelten auf den Spuren der alten Meister. Mitbringsel der "Grand Tour" waren mitunter reiche Kunstsammlungen – ein Versuch, das "dolce vita" in der Heimat zu konservieren.

"Nach Italien. Eine Reise in den Süden" steht unter der Schirmherrschaft seiner Exzellenz Armando Varricchio, des Botschafters der Italienischen Republik in Berlin. Gefördert wird die Ausstellung durch die RHH-Stiftung und das Italienische Generalkonsulat in Hannover. Die Schau findet in Kooperation mit der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft e.V. Hannover statt.

Weitere Informationen: www.landesmuseum-hannover.de

Abb.: Isaac Israels: Dame am Strand von Viareggio, um 1930, Öl auf Leinwand (© Landesmuseum Hannover)

Viaggio in Italia XXI – Lo sguardo sull’altro

Dal 28 ottobre 2022 al 9 aprile 2023 il Museo Casa di Goethe a Roma presenta Viaggio in Italia XXI – Lo sguardo sull’altro, mostra a cura di Ludovico Pratesi, una sorta di viaggio fra le opere di otto artisti appartenenti a diverse generazioni, accomunati dal lavoro tra l’Italia e la Germania: Francesco Arena, Guido Casaretto, Johanna Diehl, Esra Ersen, Silvia Giambrone, Benedikt Hipp, Christian Jankowski, Alessandro Piangiamore.

Con questa mostra si inaugura la direzione del nuovo direttore insediatosi lo scorso aprile Gregor H. Lersch, che così commenta: “Viaggio in Italia XXI prende spunto dal Viaggio in Italia di Goethe e pone la questione del significato del viaggio nel nostro presente. L’Italia è da sempre un luogo in cui molti viaggiatori, oggi spesso anche migranti, si confrontano con una realtà diversa dalle loro aspettative. L’appartamento di via del Corso dove Goethe viveva con altri artisti diventa quindi un luogo di dialogo tra l’arte realizzata in Italia e in Germania.

VIAGGIO IN ITALIA XXI vuole essere un’indagine del presente dei viaggi in Italia, così fortemente cambiati negli intenti e nel carattere rispetto al Grand Tour dei tempi di Goethe.

A ognuno degli artisti il curatore ha chiesto di rispondere con un’unica opera alla domanda: come ti relazioni con l’altro?

Il tema del rapporto con l’altro è infatti diventato cruciale e scottante, in un tempo dove l’emergenza sembra essersi trasformata in allucinante normalità, in una Europa in cui ci si trova ad affrontare tematiche complesse come la questione dei migranti, la diversità di genere, il cambiamento climatico, l’affermazione delle identità delle minoranze o le limitazioni di libertà dovute alle pandemie.

Lo sguardo sull’altro diventa il filo rosso di una narrazione sospesa tra impegno ed evocazione, denuncia o metafora, per offrire ai visitatori una serie di riflessioni sul presente attraversato da tensioni contraddittorie, che gli artisti riescono a interpretare in maniera complessa e spesso lungimirante. “L’Italia del XXI Secolo è parte dell’Europa, e ne condivide le problematiche e le contraddizioni. In un’epoca dove il rapporto con l’altro è sempre più complesso, gli artisti in mostra raccontano con le loro opere punti vista differenti, attraverso linguaggi espressivi che vanno dal video alla pittura, dalla scultura alla fotografia” spiega il curatore Ludovico Pratesi.

Attraverso 34 opere la mostra gioca sull’incrocio degli sguardi degli otto artisti coinvolti: sia Francesco Arena che Silvia Giambrone affidano alla parola scritta i loro messaggi: il primo presenta una serie di paesaggi raccontati attraverso la scrittura, ridotti alla potenza di una sola frase, incisa su un’opera in bronzo simile a un panetto di argilla: messaggi minimali e poetici che si tramutano in oggetti apparentemente banali ma in realtà portatori di senso; la seconda denuncia la violenza sulle donne e il femminicidio, così frequenti in un paese di matrice maschilista come l’Italia, proponendo un’opera dove la parola diventa messaggio e testimonianza di una sofferenza troppo spesso taciuta.

Guido Casaretto reinterpreta il tema della maschera e del travestimento con una narrazione dal sapore metafisico rifacendosi, rielaborandolo con maschere sarde su un lago salato turco e tematizzando così l’appropriazione culturale e il trasferimento di rituali nel Mediterraneo. Anche Goethe era affascinato dalle maschere, soprattutto quelle del carnevale romano, tanto da inserirle nella sua opera più famosa: Faust, parte seconda.

La fotografia è usata per cogliere splendori e paradossi della Roma contemporanea, come per Johanna Diehl, cheinsiste sul tema della memoria, sondando ciò che resta dell’architettura e dell’estetica fascista nel presente: nelle sue fotografie si concentra sugli edifici dell’epoca mussoliniana e sulla loro presenza e sopravvivenza nell’urbanistica italiana; mentre Esra Ersen indaga la dimensione della migrazione attraverso la prospettiva degli immigrati che devono inserirsi nella società italiana, riflettendo parallelamente sul disagio sociale e sulla questione dei rifiuti a Roma.

Benedikt Hipp utilizza invece la pittura per raccontare il rapporto con l’altro in maniera simbolica e surreale: il viaggio diventa metafora, fisicità e vulnerabilità, persino desiderio.

Christian Jankoswki e Alessandro Piangiamore propongono, infine, una lettura più spirituale ed ironica del tema suggerito: il primo, con grande umorismo, ricrea un casting filmografico, alla ricerca del “Gesù perfetto”, cercando di denunciare o per lo meno svelare lo show business insito nel Vaticano, mentre il secondo trasforma un dettaglio del suo quotidiano in una visione spirituale e quasi mistica con un dittico di alto valore poetico, in cui il viaggio è verso il cielo, dove tracce del passaggio di uccelli indicano traiettorie celesti.

In occasione della mostra è prevista la pubblicazione di un catalogo disponibile a partire da gennaio 2023 e una serie di attività collaterali che prenderanno avvio da gennaio a marzo 2023.

Con il gentile sostegno: Accademia Tedesca Roma Villa Massimo.

Saluti da Capri! Eine Insel zwischen Idylle und Tourismus

L´isola di Capri, pittorescamente incastonata nel Golfo di Napoli, inizió a sviluppare la sua fama turistica nel XIX secolo anche grazie alla riscoperta della Grotta Azzurra nel 1826. Oggi l´isola del Mediterraneo rappresenta una delle mete turistiche piú amate d´Italia e, in estate, viene presa letteralmente d´assalto da visitatori provenienti da tutto il mondo.

Durante l´alta stagione sono migliaia i turisti che arrivano ogni giorno sull´isola ma, quando i visitatori ripartono, anche a Capri è possibile scoprire luoghi silenziosi e incontaminati  e, d´inverno, gli abitanti si riappropriano finalmente della loro isola. L´esposizione presenta diversi aspetti di Capri e lascia intravedere cosa si nasconde dietro il fenomeno del turismo.

Raffaela Mariniello (*1961), fotografa napoletana nota anche all´estero, presenta nella serie Souvenirs d´Italie nuove „attrazioni“ simbolo del consumo che rubano la scena ai monumenti storici nelle piazze e nei centri storici italiani frequentati dai turisti. Anche la scultura rappresentante una bufala campana al porto di Capri – motivo centrale del lavoro Blue Grotto (2009) - é un oggetto di arte contemporanea simbolo die tempi moderni.

Le nove fotografie della serie Capri Teorema mostrano scorci non convenzionali, posti dell´isola solitamente sconosciuti ai turisti perché inaccessibili, nascosti, o meno battuti dal turismo. Raffaela Mariniello riesce a trasformare perfettamente i luoghi meno presentabili dell´isola in angoli carichi di atmosfera e a scoprire la magia poetica di Capri.

I lavori del fotografo caprese Enrico Desiderio (*1965) rappresentano l´isola in maniera autentica. Le sue fotografie raffigurano Capri durante le diverse stagioni, i turisti e anche gli isolani, molti dei quali svolgono ancora il mestiere di pescatore. Tra i temi principali delle foto in bianco e nero c´é anche la natura, paesaggi ritratti in giornate dal mare mosso e gli straordinari promontori della Costa Amalfitana. 

Klaus Frahm (*1953) é noto soprattutto come fotografo di architettura. L´esposizione presenta nove fotografie della villa dello scrittore Curzio Malaparte (1898–1957) tratte dalla serie La Casa. Le foto sono state scattate nel 1999 per la rivista di architettura Architektur & Wohnen e mostrano la posizione e l´architettura straordinarie della villa, costruita su un promontorio di roccia a picco sul mare nella costa orientale di Capri.

Gianluca Federico (*1972) Caprese da oltre 8 generazioni, presenta con le sue opere una visione dell’isola che affonda le sue radici nelle tradizioni marinare, agricole, artigiane, e propone sculture e allestimenti che racchiudono l´anima autentica di Capri. Si dedica inoltre alla realizzazione di piccoli oggetti di legno, ceramica o metallo che rappresentano elementi della flora e della fauna capresi.

Bruno Flavio (*1968) presenta con l´installazione Una settimana a Capri (2022) un ritratto acustico dell´isola realizzato registrando voci, suoni e rumori percepiti in diversi luoghi di Capri.