
Daktyliotheken von Giovanni Liberotti aus Rom

Museum B.C. Koekkoek-Haus
Koekkoekplatz 1
Kleve
Daktyliotheken von Giovanni Liberotti aus Rom
von Dr. Asker Pelgrom, Nijmegen
„Für den Klassizismus mit seiner Antikenbegeisterung war die Beschäftigung mit Gemmen geradezu unausweichlich. Schon in der Renaissance wurden die geschnittenen Steine als ‚unberührte Zeugen des Altertums‘ bewundert und als Schatzkammerobjekte gesammelt. Daktyliotheken aber, Sammlungen von Gemmenabdrücken, sind eine Erfindung des 18. Jahrhunderts. Erst in dieser Zeit begann man, die Gemmen in größerem Umfang aus Glas-, Schwefel- und Gipspasten zu reproduzieren und in thematischen Serien zu vertreiben. Auch diese Repliken waren Sammelobjekte, dienten jedoch in erster Linie dem Studium antiker Kunst. Diese Daktyliotheken wurden bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hergestellt.“ (Weltkunst, Autor und Jahr unbekannt)
Auf Vermittlung von Guido de Werd erhält der Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. zur Ausstellung im Museum B.C. Koekkoek-Haus eine Schenkung mit solch einer Daktyliothek. Die offizielle Übergabe erfolgt am Sonntag, dem 31. Mai 2026. Der Kulturhistoriker Dr. Asker Pelgrom aus Nijmegen, ehemaliger Leiter der Abteilung für Geschichte am Königlichen Niederländischen Institut in Rom und früher Gastkurator im B.C. Koekkoek-Haus, begleitet und betreut diese Übergabe.
Da der Abend auch zum Betrachten der Originale im B.C. Koekkoek-Haus dienen soll, hat er sich bereit erklärt, für unsere Mitglieder einen eigenen Vortrag zu diesem Anlass im Museum vor Ort anzubieten. Er wird die Bedeutung dieser Daktyliotheken in den größeren Kontext der Italienreisen aus Koekkoeks Zeit einordnen, insbesondere im Hinblick auf europäische und niederländische "Grand Touristen" und deren Souvenirs. Zum Schluss werden auch die Hintergründe dieser Schenkung beleuchtet.