
Karneval in Venedig

KunstGang der Medizinischen Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
Hannover
Karneval in Venedig
Fotoausstellung von Wolfgang Niess
Ein Karnevalsfest in Venedig wird erstmals in der Chronik des Dogen Vitale Falier 1094 beschrieben. Die charakteristischen Masken werden bei Martino da Cànal dann im 13. Jahrhundert in einer Schilderung eines Zunftumzugs erwähnt. Zu Lebzeiten Giacomo Casanovas im 18. Jahrhundert erreichte der Karneval seine größte Pracht; zugleich wurden die Sitten immer lockerer. Die Blütezeit des Karnevals in Venedig endete, als 1797 die Markusrepublik durch Napoléon Bonaparte ihre Selbständigkeit verlor und Österreich angegliedert wurde. Der folgende wirtschaftliche Niedergang beeinträchtigte die Selbstdarstellung der Stadt erheblich. Aufwendige Prozessionen und Festumzüge gab es kaum noch.
1867, nur wenige Monate nach dem Anschluss Venedigs an das Königreich Italien, feierten die Venezianer erstmals wieder ein Karnevalsfest mit einem reichhaltigen Programm. Eine Società del Carnevale, die aus brava gente benemerita, wohlanständigen und honorigen Bürgern, zusammengesetzt war, organisierte die Festlichkeiten. Der Karneval sollte nicht länger eine Privatangelegenheit sein. Erklärtes Ziel der Organisatoren war es vielmehr, „Fremde anzuziehen, die Geld bringen …“ wie im Corriere di Venezia vom 10. Januar 1868 zu lesen war.
Eine nachhaltige Wiederbelebung des venezianischen Karnevals löste erst Federico Fellinis Film Casanova im Jahre 1976 aus. Federico Fellini, der Theaterregisseur Maurizio Scaparro, der Maskenmacher Guerrino Lovato und zahlreiche weitere Künstler organisierten die Wieder-erweckung des Karnevals, der insbesondere zur Biennale 1979 ein großer Erfolg war.
Schließlich nahmen sich die Hotelbesitzer des Karnevals an, der inzwischen zu einer internationalen Tourismusattraktion geworden war. Auch wurden traditionelle Veranstaltungen wie die Commedia dell’arte wieder aufgegriffen und beeinflussten ihrerseits die modernen Karnevalsmasken.
In Zusammenarbeit mit Fotografie & Kommunikation e.V. und der Deutsch-Italienischen Gesellschaft e.V. Hannover (DIK).