Begegnungen mit Sophie Scholl

Auszüge aus dem Buch "La rosa bianca di Sophie” von Giuseppe Assandri, Verlag San Paolo 2020.

"Wie viel Mut kann man im Alter von 21 Jahren haben? Wie groß kann der Wunsch nach Gerechtigkeit bei einem kleinen und zierlichen Mädchen sein, das aber ein unerschrockenes Herz hat?"

Im vergangenen Jahr jährte sich der Geburtstag von Sophie Scholl, einem der jüngsten Opfer und einem der Symbole des deutschen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, zum hundertsten Mal.

"La rosa bianca di Sophie” von Giuseppe Assandri, die erste fiktionalisierte Biografie für Kinder (und nicht nur) über Sophie Scholl in Italien, zeichnet ihr kurzes Leben nach: von ihrer Kindheit und ihrer anfänglichen Faszination für die Nazi-Propaganda bis hin zu ihrer Bewusstwerdung, als sie beschloss, sich der von ihrem Bruder Hans gegründeten Widerstandsgruppe Weiße Rose anzuschließen; sie druckten und verteilten heimlich Flugblätter mit antinazistischem Inhalt und wurden deshalb zum Tode verurteilt.

Diese vielseitige Veranstaltung, die mit einem Dialog mit der Autorin beginnt und durch Lesungen aus dem Buch bereichert wird, verspricht, Sophie Scholl vor allem den neuen Generationen vorzustellen, ihre Stimme laut und deutlich zu hören, vor allem aber ihre nach wie vor aktuelle Botschaft von Frieden, Gleichheit und Freiheit zu vermitteln.

Giuseppe Assandri, geboren in Acqui, absolvierte ein Philosophiestudium an der Universität Genua und arbeitete als Lehrer, Schulleiter und Ausbilder in Italien und im Ausland. In Deutschland war er Lektor an der Internationalen Jugendbibliothek in München und Schulattaché am italienischen Konsulat in Dortmund. Er engagiert sich in der Leseerziehung, schreibt für die Kinderliteraturzeitschrift "Pepeverde" und arbeitet als Schulbuchautor für Zanichelli Editore und Sanoma - Italien. Sophies Weiße Rose wurde in die Auswahl der "Weißen Raben" der Internationalen Jugendbibliothek München 2021 aufgenommen.

Sonntag, 20. November 2022
Zentrum für Information und Bildung (zib), Lindenplatz 1, Unna
16:00 Uhr
Preisverleihung und Überreichung von Urkunden durch den Konsul von Italien in Dortmund, Segr. Leg. Cesare Trecroci, an die Schüler für die Ergebnisse des von der italienischen Botschaft in Berlin organisierten und geförderten Wettbewerbs "Bravo Bravissimo"
17:00
Präsentation des Buches in italienischer und deutscher Sprache “La Rosa bianca di Sophie” von Giuseppe Assandri
Moderation: Elisa Occhipinti
Lesungen: Clelia Tollot
Musik: Sabine Thielmann

Montag, 21. November 2022
Gesamtschule Lünen
Referentin: Dr. Michela Piacentini

Dienstag, 22. November 2022
Ruhr-Universität-Bochum
Referentin: Prof. Irene Gallerani

Alle Veranstaltungen finden in Anwesenheit des Autors statt.

Flyer: hier

"Il Buon tedesco" / "Der gute Deutsche"

Das Buch “Il Buon tedesco” ist die einzigartige Geschichte des Bremer  Marinekapitäns Rudolf Jacobs, der an der italienischen Front bei La Spezia eingesetzt war und 1944 beschloss, die Wehrmacht  zu verlassen und sich den italienischen Partisanen der Garibaldi-Brigade “Ugo Muccini” in den Bergen des ligurischen Apennin anzuschließen, um an ihrer Seite gegen die deutschen Besatzer und die italienischen Faschisten für ein Ende des Krieges zu kämpfen.

Hunderte von deutschen und österreichischen Soldaten, auch Polen, Russen und Jugoslawen, hatten sich dem italienischen Widerstand, der Reisistenza,  angeschlossen , so der Historiker Carlo Greppi laut seiner Studie “Il buon tedesco” (Laterza, 2021). Doch Rudolf Jacobs war ein besonderer Fall, da er wirklich in den Kampf zog und dies am 03. November 1944 bei einem Überfall gegen die italienischen Faschisten in der ligurischen Kleinstadt Sarzana mit seinem Leben bezahlte. Seitdem wird er in Norditalien verehrt und geachtet, er wurde auch posthum zum Ehrenbürger von Sarzana ernannt.

Über allem stehen natürlich die Fragen: Wer waren diese Männer, die wie Rudolf Jacobs die Seiten wechselten und was waren ihre Beweggründe? Wie war die Kriegssituation 1944 an der Front in Norditalien? Welche besondere Rolle spielte der Bremer Rudolf Jacobs?

Diese und weitere Fragen beantwortet der Historiker und Autor Carlo Greppi im Gespräch mit der Bremer Journalistin Ulrike Petzold, Vorstandsmitglied der DIG.

Einige Textpassagen werden vom Autor aus seinem Buch „Il buon tedesco“ auf Italienisch gelesen und im Anschluss ins Deutsche übersetzt.

Der Historiker Carlo Greppi forscht an der Universität Turin. Für den Verlag Laterza ediert er die Serie “Fact Checking: la Storia alla prova dei fatti”. Unter seinen jüngsten Publikationen sind unter anderem L’età dei muri. Breve storia del nostro tempo (2019) für Feltrinelli und La storia ci salverà. Una dichiarazione d’amore (2020) für Utet zu nennen. Für den Verlag Laterza hat er zusammen mit David Bidussa Come farla finita con il fascismo von Ferruccio Parri (2019) herausgegeben. Er ist außerdem Autor folgender Monographien: 25 aprile 1945 (2018), L’antifascismo non serve più a niente (2020, erster Band von “Fact Checking”), und Il buon tedesco (2021, Premio FiuggiStoria 2021).

Daniele Mencarelli presenta il suo ultimo libro Sempre tornare

Con gusto - die kulinarische Geschichte der Italiensehnsucht

Wer zu Goethes Zeiten nach Italien reiste, suchte Augenlust, nicht Gaumenschmaus. Über Jahrhunderte hinweg galt die italienische Küche den Besuchern aus dem Norden als ungenießbar und gesundheitsschädlich: Maccaroni? Ekles Wurmgewinde! Pizza? Unverdauliches Fladenbrot! Und gar Meerspinnen oder Polypen? Pfui, wer kann so etwas essen
wollen!

Lang hat es gedauert, bis Neugier den fremden Geschmack zum vertrauten werden ließ. Zuerst exportierten wandernde »Zitronenmänner« und »Pomeranzengänger« die Südfrüchte in den Norden. Später brachten die Eisdielen den Duft des Südens. Mit der italienischen Einwanderung in den 70er Jahren begann der Siegeszug der Pizza. Und aus dem »Ristorante Italiano«, das die deutschen Massentouristen an der Adria schüchtern betraten, wurde der heimische
»Lieblingsitaliener«, der längst die Eck- oder Dorfkneipe ersetzt hatte. Mit der Mittelmeerdiät (von der UNESCO
2010 zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt) verband sich der Traum vom guten Leben endgültig mit dem Geschmack des Mediterranen.

Dieter Richter war Professor für Kritische Literaturgeschichte an der Universität Bremen und ist Verfasser zahlreicher kulturwissenschaftlicher Bücher, insbesondere zum Thema Italien. Er erzählt - wie immer kulinarisch
und mit großer Kennerschaft – die Kulturgeschichte einer Begegnung: Wie die italienische Küche in den Norden kam und zur Zauberformel des guten Lebens wurde. Von Goethes Italienreise bis zur Mittelmeerdiät.

Johann Caspar Goethe und seine Reise in Italien(isch)

Johann Caspar Goethe ist fast ausschließlich als ‘Goethes Vater’ in die Geschichte eingegangen und erfreut sich bis heute keines guten Rufes, unter anderem auch ‘dank’ der z. T. tendenziösen Berichte und Erinnerungen seines berühmten Sohnes Johann Wolfgang. Dieser Negativ-Perspektive entsprechend ist eben auch nicht jedem bekannt, dass Goethe Senior Mitte des 18. Jahrhunderts eine Reise durch Italien unternahm, Eindrücke und Erfahrungen seiner Grand Tour schriftlich festhielt und daraus ein Buch mit dem Titel “Reise durch Italien im Jahre 1740” machte. Vor allem aber würde niemand erwarten, dass dieses Buch von ihm auf Italienisch verfasst wurde! Somit handelt es sich um ein Unikum im Bereich der deutschen Reiseliteratur, das es unbedingt zu entdecken gilt, zumal es eine ganz neue Perspektive sowohl auf die Grand Tour, als auch auf Italien eröffnet. Durch die Lektüre seines Buches wird sich außerdem das Vorurteil nicht bestätigen, nach dem Johann Caspar ein humorloser Pedant war, denn: Obwohl er seine scharfen und sehr wirklichkeitsnahen Beobachtungen sachlich-nüchtern schildert und ihm, im Gegensatz zu vielen anderen Italienreisenden, Schwärmereien fremd waren, findet man humorige Bemerkungen und augenzwinkernde Kommentare am laufenden Band.

Chiara Santucci Ganzert studierte Alte Sprachen und Italienische Literatur an der Universität “La Sapienza” in Rom, wo sie den Doktortitel erhielt. Ein zweites Studium (Deutsche Sprache und Literatur) schloß sie mit dem Diplom der LMU München ab. Als Dozentin für Italienische Sprache, Literatur und Kultur war sie an verschiedenen Hochschulen tätig; von 2008 bis 2016 ist sie Präsidentin der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft Hannover gewesen. Sie ist Autorin mehrerer Publikationen und wohnt heute als freiberufliche Publizistin in Münster.

Mit Anmeldung.

"Mit geballter Faust“

Die mitreißende Geschichte einer jungen Frau im politisch radikalsten Jahrzehnt der italienischen Nachkriegszeit.

Mailand in den Siebzigern. Die Politik hat in den Schulen Einzug gehalten, für Giulia öffnet sich am Liceo eine aufregende Welt: Mit ihren Freunden Carmela und Michele geht auch sie auf die Plätze der Stadt, wo Tausende junge Mailänder für eine bessere Zukunft kämpfen. Ihrer großen Schwester Gabriella ist klar: Italien muss kommunistisch werden. Als die linksextreme Gewalt am Liceo zunimmt und Michele bedroht wird, beginnt Giulia, an der Ideologie ihrer Schwester zu zweifeln. Doch die hat inzwischen einen gefährlichen Weg eingeschlagen, und Giulia wird vor schwere Entscheidungen gestellt.

La fine delle mafie - a lezione da Giovanni Falcone - Vom Ende der Mafia

 

 

Stadtbaugeschichte Karlsruhe 1715-2000

 

 

Die Italienische Kommunistische Partei und die deutsche Frage 1947-1973

 

 

Die Tragödie muslimischer Gesellschaften