Die Kraft der Sprache und die Erneuerung der Bilder: Giotto und Franz von Assisi

In diesem Jahr wird des 800. Todesjahres von Franz von Assisi (1181/82-1226) gedacht. Der Maler Giotto di Bondone (1267//76-1337) vermittelt durch seine Bilder wie kein anderer Künstler die Spiritualität dieses großen Heiligen der christlichen Kirche.

Franz von Assisi und Giotto waren Visionäre des Mittelalters. Trotz der fast 100 Jahre, die zwischen ihnen lagen, lassen sie sich doch nicht getrennt voneinander denken. Der eine beeindruckt durch die Kraft seines Glaubens, der andere durch seine fast modern anmutenden Bilder über das Leben des Heiligen in der Kirche von Assisi, die uns bis heute bewegen und den Heiligen uns nahebringen.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Stuttgart und der VHS Karlsruhe im Rahmen der Settimana della Lingua Italiana nel Mondo.

Carlo Levi "Christus kam nur bis Eboli"

Übersetzer ist Dr. Martin Hallmannsecker hat sich intensiv mit Levi beschäftigt. Der Lektor im C.H.Beck-Verlag übersetzte auch die Reise Levis durch Deutschland. Das verheißt eine interessante Lesung mit Vortrag, denen sich bestimmt auch eine spannende Diskussion anschließen kann, denn das Buch über Levis Exil in den damals noch völlig unterentwickelten Süden Italiens bringt ausreichend Stoff für Gespräche, besonders mit dem Experten!

„Rigoletto“

Vortrag von Stephan Steinmetz über Giuseppe Verdis Oper „Rigoletto“ nach einem Libretto von Francesco Maria Piave. Die Veranstaltung findet anlässlich der Aufführungen an der Oper Köln statt, die am 3. Oktober 2026 beginnen

.Als Hofnarr des Herzogs von Mantua ist Rigoletto nicht weniger skrupellos als sein absolutistischer Herrscher, welcher nach Lust und Laune Frauen verführt und Männer umbringen lässt. Rigoletto will seine Tochter Gilda vor dieser Welt schützen, doch längst hat der Herzog ein Auge auf die keusche Tochter geworfen. Als sich Gilda aus Liebe und Idealismus dem Verführer hingibt, bricht Rigolettos mühsam errichtete Schutzmauer zusammen und er selbst wird zum Narren gemacht: sein Glaube daran, das Böse der Hofgesellschaft und sein privates Glück strikt trennen zu können, erweist sich als verhängnisvolle Illusion.

Mit der Arie „La donna è mobile“ sicherte RIGOLETTO Verdis internationalen Ruhm. Nach dem triumphalen Erfolg der Uraufführung 1851 in Venedig eroberte das Werk die Opernhäuser weltweit. Katharina Thalbachs Inszenierung kehrt nun an den Offenbachplatz zurück.

Stephan Steinmetz ist seit 2022 Chefdramaturg der Oper Köln. Zuvor war er als Operndramaturg an verschiedenen Theatern in Deutschland und der Schweiz tätig. Die italienische Oper und ihre kulturellen Dimensionen stehen seit Langem im Mittelpunkt seiner theaterwissenschaftlichen und dramaturgischen Arbeit.

Kassel und die Antike – Landgraf Friedrich II. in Rom 1777

Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel (1720–1785) ist für Kassel und besonders für die Verbindung Kassel–Italien–Rom ausgesprochen interessant. Seine Italienreise 1776/77 war nicht nur eine Bildungsreise, sondern hatte ganz konkrete Folgen für die Kunstsammlungen und die kulturelle Entwicklung Kassels.

Friedrich II. brach am 30. November 1776 zu seiner Italienreise auf. Er war damals 56 Jahre alt und seit 1760 Landgraf von Hessen-Kassel. Seine Reise führte ihn über verschiedene Stationen nach Rom und anschließend nach Neapel. Friedrich interessierte sich sehr für die Kunst der Antike und wollte seine bereits bedeutenden Kasseler Sammlungen erweitern. Friedrich kaufte in Rom eine ganze Reihe antiker Kunstwerke. Einige davon befinden sich noch heute in den Kasseler Sammlungen. Kassel sollte eine moderne, europäische Residenzstadt werden – mit einer Sammlung, die Kunst, Naturwissenschaften, Bibliothek und Altertumskunde miteinander verband.

Friedrich II. wollte Rom nicht einfach nur gesehen haben. Er wollte ein Stück Rom, ein Stück Italien nach Kassel holen. Und hier liegt die Verbindung zu unserer Deutsch-Italienischen Gesellschaft Kassel: Friedrichs Italienreise ist tatsächlich ein frühes Kapitel einer  jahrhundertelangen kulturellen Beziehung zwischen Kassel und Italien.

Eine Kooperationsveranstaltung der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft in Verbindung mit Hessen Kassel
Heritage und der Deutsch-Italienischen Gesellschaft.

Die Biene in der Kunst

Die Biene ist die Sympathieträgerin des 21. Jahrhunderts! Sie ist als Begleiter der menschlichen Zivilisation immer schon mit einem besonderen Nimbus umgeben. Eine reiche Mythen – und Legendenwelt rankt sich um sie. Schon die Götter der Griechen labten sich an ihrem Honig, Könige und Päpste schmückten sich mit ihnen und ihr Stachel zeugt von den Leiden der Liebe! Die Biene verkörpert die Sehnsucht nach einem paradiesischen, geordneten Leben als Idealgestalt ihrer Tugenden.

Der Bildervortrag zeigt Beispiele aus einer mehr als 5.000-jährigen Geschichte in der europäischen Kunst. Sie reicht von ihrer Rolle in der
Mythologie und Religion, ihre Sinnbilder in der Renaissance und Barock, bis hin zur Verbürgerlichung im 19. Jh.

Die zeitgenössische Kunst hat sie wiederentdeckt! Italien kommt dabei eine besondere Rolle zu, haben doch die Künstler des Landes überraschende Geschichten und verblüffende Allegorien in einem großen Umfang künstlerisch dargestellt. Die Kirche war über Jahrhunderte mit den Päpsten an der Spitze ein wichtiger Auftraggeber der Kunstwerke. Bei der Darstellung handelt es sich fast ausschließlich um die westliche Honigbiene, über deren italienischen Besonderheiten schon vor zwei Jahren berichtet wurde. In neuerer Zeit geraten ihre kreativen Potenziale in den künstlerischen Fokus, wie ihre vermeintlichen „demokratischen“ oder doch „feudalen“ Kooperationsformen?

Kleinwüchsige Menschen in Kunst und Hofkultur der Frühen Neuzeit

Künstlerische Auseinandersetzung mit der menschlichen Vielfalt findet sich seit jeher. In der Frühen Neuzeit wirkten sich Neugier,
Schaulust und der zunehmende Wissensdurst auch auf den Umgang mit Menschen aus, deren Körpergröße gewissermaßen aus
dem Rahmen fiel und zum damaligen Verständnis eines normgerechten Körpers nicht zu passen schien. Innerhalb der europäischen Hofkultur, aber auch in der künstlerischen Aushandlung wurden Interpretationen und Deutungsansätze entwickelt, die unter anderem im Rahmen der Kuriositäten- und Wunderkammern ihren Platz fanden. Doch wie differenziert waren eigentlich – im Vergleich zu heutigen Debatten – die Diskurse über differente Körperlichkeit und verkörpertes Anderssein in der Frühen Neuzeit? Lassen sich heutige Konzeptionen auf die damalige Lebenswelt übertragen? Oder finden wir in gegenwärtigen Diskussionen die Spuren frühmoderner Repräsentationsweisen?

Diese und weitere Fragen werden im Rahmen des Vortrags aus unterschiedlichen Perspektiven behandelt, vom Alten Ägypten bis in das 20. Jahrhundert. Der Vortrag findet in Vorbereitung der gleichnamigen Sonderausstellung (vsl. Frühjahr 2027) statt.

Eine Kooperationsveranstaltung der Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft in Verbindung mit Hessen Kassel Heritage
und der Deutsch-Italienischen Gesellschaft.

Ein Stück Italien auch in Kassel - Die Erfolgsgeschichte der Vespa

Vor 80 Jahren war die heutige Stilikone Vespa ein Designversuch mit ungewissem Ausgang. Es war 1946, Nachkriegseuropa lag in Trümmern, und Enrico Piaggio musste sich etwas Neues einfallen lassen für sein Unternehmen in der Toskana. Piaggio beauftragte seinen besten Hubschauer-Ingenieur Corradino D’Ascanio, ein kostengünstiges, motorgetriebenes Zweirad zu entwickeln, das für alle einfach zu fahren ist.

Zunächst war die Vespa ein klassenloses Fortbewegungsmittel, Glamour und Hollywood-Glanz bekam sie ab den späten 1950er-Jahren - als im Film "Ein Herz und eine Krone" Audrey Hepburn auf einer Vespa-Fahrt durch Rom mit Gregory Peck völlig begeistert war. Die Vespa galt fortan als Symbol für italienisches Lebensgefühl und Dolce Vita.

20 Millionen Vespas sind in den vergangenen 80 Jahren weltweit verkauft worden. Seit mehr als 15 Jahren ist die Vespa auf dem  deutschen Motorroller-Markt Marktführer vor Honda.

Nero goes online. Das Einscannen einer archäologischen Sammlung

Das jugendliche Filmteam artaconfilms.com zeigt, wie Marmor- und Bronzeporträts antiker Herrscher eingescannt und aufgenommen werden.

Scan-Team: Finn-Luca Bähre, Robin Schnellert, Matthies Kleen, Florian Sellemann

Webdesigner:  Jasper Grußendorf

Aufbau:  Florian Reinecke

Projektleitung:  Alexander Mlasowsky

Kampfzone Ossola

Raphael Rues präsentiert sein gemeinsam mit Andrej Abplanalp verfasstes Buch «Kampfzone Ossola», das im März 2026 in der Schweiz erschienen ist und die Kriegsereignisse 1943–1945 in der Ossola-Region an der Grenze zur Schweiz beschreibt. Die Darstellung beschränkt sich nicht auf die italienische Partisanenrepublik Ossola, sondern behandelt verschiedene Aspekte der Besatzung sowie die ambivalente Schweizer Haltung jener Jahre: die Unterstützung des Widerstands, die Zurückweisung jüdischer Flüchtlinge und Verbindungen zum nationalsozialistischen System während und nach dem Krieg.

Die Partisanenrepublik Ossola, die von September bis Oktober 1944 bestand, führte in dieser kurzen Zeit das Frauenstimmrecht ein, erstmals in Italien und rund zwei Jahre vor dessen landesweiter Einführung. Diese Episode wird in der historischen Forschung mitunter als frühes Element jener demokratischen Neuordnung gelesen, an die nach 1945 die ersten italienischen Nachkriegsregierungen anknüpften und aus der langfristig die europäische Integration hervorging.

Ein zweiter Schwerpunkt dieser Veranstaltung ist der Fall Waldemar Pabst, der als politischer Flüchtling 18 Monate im Schlosshotel Locarno lebte. Rues hat dessen Aufenthalt in der Schweiz umfassend erforscht und ordnet ihn in den Kontext dieser ambivalenten Haltung der Schweiz während der Kriegsjahre ein.

Der Tessiner Historiker Dr. Raphael Rues ist Spezialist für die Geschichte des Tessins und der deutsch-faschistischen Beziehungen während des Zweiten Weltkriegs.

Zusammen mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen.

Sie entschieden sich gegen Krieg und Gewalt

Erinnerung an die Kriegs-Deserteure und an Rudolf Jacobs, den Bremer Deserteur und Partisanen in Italien

Seit vierzig Jahren steht im Foyer des Gustav-Heinemann-Bürgerhauses in Vegesack die Skulptur „Dem unbekannten Deserteur.“ Am 18. Oktober 1986 wurde sie aufgestellt, nach einer langen und heftigen politischen Auseinandersetzung. Die Skulptur war das erste Mahnmal für Deserteure in der damaligen Bundesrepublik Deutschland. Inzwischen gibt es über 20 Deserteurs-Denkmale in Deutschland. Daran wird die Internationale Friedensschule Bremen nun erinnern. Renate Sonnenberg wird am 22. Oktober im Foyer des Bürgerhauses ins Gedächtnis bringen, wie es zur Aufstellung der Skulptur kam und welche Reaktionen das Denkmal hervorrief.

Seit 2014 hängt neben dem Mahnmal eine Tafel, die an den Bremer Rudolf Jacobs erinnert, der 1944 in Norditalien desertierte und zu den italienischen Partisanen überlief. Er kämpfte mit ihnen in den ligurischen Bergen gegen die Besatzung Italiens durch die Wehrmacht, gegen deren Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung und für ein Ende des Krieges. Am 3.11.1944 wurde er in der Kleinstadt Sarzana von italienischen Faschisten erschossen. In Norditalien wird er bis heute verehrt. In seiner Heimatstadt ist er zuletzt durch das Buch von Ulrike Petzold „“Rudolf Jacobs-ein Bremer Partisan in Norditalien 1944“ und das Engagement von Schüler*innen des Hermann-Böse-Gymnasiums bekannter geworden. Ab 18.30 Uhr wird die Autorin, Journalistin und Vize-Präsidentin der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Bremen in der Studiobühne des Bürgerhauses das Buch vorstellen und das ganze Projekt erläutern.

Zusammen mit der Internationalen Friedensschule Bremen