
Kampfzone Ossola

Flux in der Weserburg
Teerhof 20D
Bremen
Kampfzone Ossola
mit Raphael Rues, Tessin
Raphael Rues präsentiert sein gemeinsam mit Andrej Abplanalp verfasstes Buch «Kampfzone Ossola», das im März 2026 in der Schweiz erschienen ist und die Kriegsereignisse 1943–1945 in der Ossola-Region an der Grenze zur Schweiz beschreibt. Die Darstellung beschränkt sich nicht auf die italienische Partisanenrepublik Ossola, sondern behandelt verschiedene Aspekte der Besatzung sowie die ambivalente Schweizer Haltung jener Jahre: die Unterstützung des Widerstands, die Zurückweisung jüdischer Flüchtlinge und Verbindungen zum nationalsozialistischen System während und nach dem Krieg.
Die Partisanenrepublik Ossola, die von September bis Oktober 1944 bestand, führte in dieser kurzen Zeit das Frauenstimmrecht ein, erstmals in Italien und rund zwei Jahre vor dessen landesweiter Einführung. Diese Episode wird in der historischen Forschung mitunter als frühes Element jener demokratischen Neuordnung gelesen, an die nach 1945 die ersten italienischen Nachkriegsregierungen anknüpften und aus der langfristig die europäische Integration hervorging.
Ein zweiter Schwerpunkt dieser Veranstaltung ist der Fall Waldemar Pabst, der als politischer Flüchtling 18 Monate im Schlosshotel Locarno lebte. Rues hat dessen Aufenthalt in der Schweiz umfassend erforscht und ordnet ihn in den Kontext dieser ambivalenten Haltung der Schweiz während der Kriegsjahre ein.
Der Tessiner Historiker Dr. Raphael Rues ist Spezialist für die Geschichte des Tessins und der deutsch-faschistischen Beziehungen während des Zweiten Weltkriegs.
Zusammen mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen.