
VDIG-Lesemarathon 2026: Grazia Deledda

Istituto Italiano di Cultura Köln
Universitätsstr. 81
Köln
VDIG-Lesemarathon 2026: Grazia Deledda
2026 jährt sich zum hundertsten Mal die Verleihung des Nobelpreises, den sie im Jahre 1926 erhielt. Bis heute ist sie die einzige italienische Frau, der diese Auszeichnung für Literatur verliehen wurde. Und doch ist sie, ein Jahrhundert später, noch immer fast gänzlich unbekannt. Grazia Deledda wurde in Nuoro geboren, der Hauptstadt der Barbagia. Einer Region Sardiniens, fast schon eine Insel innerhalb der Insel Sardiniens, die damals nur etwa siebentausend Einwohner hatte. Als Frau in einer männlich geprägten Welt wuchs sie in einer bäuerlich-hirtenhaften Gesellschaft auf, die gerade begann, sich zu verändern und zu verbürgerlichen. Vor ihr lagen gewaltige Hindernisse: das Sardische als Muttersprache, die Sehnsucht nach Eigenständigkeit, das misstrauische Dorf und die engen Grenzen des weiblichen Rollenbildes. All das wurde zum Nährboden ihrer Literatur, zu einer inneren Auseinandersetzung, die sie in Sprache verwandelte. Grazia Deledda war keine abgehobene Intellektuelle, sondern eine Frau mit Herz und Tiefe, die den Menschen und ihren Gegensätzen eine Stimme verlieh. Ihre Spiritualität und ihr inneres Feuer sind bis heute lebendig und laden uns ein, die Gegenwart mit ganz neuen Augen zu sehen.
Paola Barbon ist in Mailand geboren und lebt und arbeitet zwischen Münster und Mailand. Sie hat Literatur studiert, heute arbeitet sie als Moderatorin, Dramaturgin, Übersetzerin und Dolmetscherin. Zuletzt hat sie an der Ruhr Universität Bochum italienische Literatur unterrichtet.
Unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Italienischen Republik.

Im Rahmen von oli - omaggio alla lingua italiana - Wir lieben Italienisch.
