
Film
NONNA
Kinostart: 17. September 2026
Nach drei Jahrzehnten als Gastarbeiterin in Deutschland kehrte die 80-jährige Nonna nach Italien zurück, um ein Bed & Breakfast aufzubauen. Mittlerweile verwitwet, betreibt sie das leerstehende Anwesen allein. Ihre Familie ist in Deutschland geblieben, der Kontakt besteht nur noch über Videoanrufe. Ihr Alltag ist geprägt von diesen entfernten Verbindungen und absurden Streitereien mit ihrem tauben Bruder wegen eines kaputten Rasentrimmers. Gefangen zwischen zermürbenden Hausarbeiten und einer Familie, die nicht zurückkehren will, steht sie vor einer Frage: Was soll sie mit einem Erbe anfangen, das niemand will?
Der Regisseur Vincent Graf wurde als Sohn deutsch-italienischer Eltern in Reutlingen geboren. Er studierte Film an der FH Dortmund, wo er sowohl dokumentarisch als auch fiktional arbeitete, bevor er an der KHM seine Auseinandersetzung mit in der Wirklichkeit gefundenen Stoffen vertiefte. Seine filmische Arbeit befragt die komplexen Schnittstellen von Migration und Identität – insbesondere mit Blick auf die Gastarbeiterbewegung und deren langfristigen gesellschaftlichen Nachhall, die auch seine Familiengeschichte prägte. Sein Langfilmdebüt „NONNA” feierte seine Weltpremiere im deutschen Wettbewerb der DOK Leipzig. Im September startet der Film in den deutschen Kinos. Neben der Kinotour realisiert er seinen von der Film- und Medienstiftung NRW geförderten fiktionalen Abschlussfilm „PUMO”, der in Deutschland und Süditalien gedreht wird.
„1.500 Kilometer liegen zwischen Nonna und uns. Ihrer Familie. Jedes Mal, wenn wir nach einem Besuch mit dem Auto aus der Einfahrt zurücksetzten, steht sie da und winkt. Sie wirkt traurig und so klein vor dem riesigen Haus, dem Monument ihrer Arbeit, ihres Strebens in Deutschland. Die Flaggen winken unberührt mit, während wir Nonna in ihrer Heimat zurücklassen und zurück in unsere fahren. Die Gastarbeitergeschichte Deutschlands ist auch ihre. Ein Haus, groß genug für alle in Süditalien, die Familie in Deutschland. Dieser Film nähert sich in dekadrierten, unbewegten Einstellungen ihrer Biografie, ihrem Alltag und ihrem Alleinsein an.“ (Vincent Graf)
„Eine Europäische Familiengeschichte“ (Kinozeit)
„Berührend und anregend” (the independent Magazine)
Der Film startet am 17.09.2026, 20 Uhr, im Filmhaus Köln mit Vincent Graf als Gast.
Weiterführende Informationen und Kino-Termine sind hier zu finden: www.nonna-film.eu. Dort können bei Interesse ebenso Anfragen zu möglichen Vorstellungen – auch mit dem Regisseur als Gast – in der eigenen Stadt gestellt werden.

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