
Klaus-Werner Haupt
Zeichnen für die Zukunft.
Menschen. Werkstätten. Ideen.
250 Jahre Weimarer Mal- und Zeichenschule
Bertuch Verlag Weimar 2026
ISBN: 978-3-86397-409-1
20,00 Euro
Man kann Weimar lesen, man kann Weimar sehen, man kann Weimar hören. Aber man kann Weimar auch zeichnen. Seit 1776 ist die Weimarer Mal- und Zeichenschule ein Ort, an dem Blick und Idee zusammenfinden, an dem Talent nicht nur bewundert, sondern geformt wird und Bildung Gestalt annimmt.
Friedrich Justin Bertuch verstand Kunst nicht als Luxus, sondern als Kraftquelle: für Handwerk, Ästhetik, Selbstständigkeit und für eine Stadt im Austausch mit der Welt. Aus dieser Idee entstanden Linien, die bis heute weiterführen: Menschen, Werkstätten, Unterricht, Netzwerke und Bilder.
„Zeichnen für die Zukunft“ erzählt die 250-jährige Geschichte der Weimarer Mal- und Zeichenschule als Geschichte eines kontinuierlichen Aufbruchs mit seinen Brüchen und Wiederkehrmomenten. Ein reich bebilderter Band für alle, die Weimar lieben und verstehen möchten, wie Kultur entsteht: Schritt für Schritt, Strich für Strich.
Johann Wolfgang von Goethe, der die Aufsicht über die renommierte Weimarer Zeichenschule führt, lernt 1786 in Rom den Schweizer Kunstkenner Johann Heinrich Meyer kennen. Er wird sein „Kunschtmeyer“ und macht sich während der folgenden Jahrzehnte unentbehrlich. Auch Johann Heinrich Lips und Friedrich Bury, einstige Mitbewohner Goethes im Corso (Casa di Goethe), erfreuen sich der Protektion Herzog Carl Augusts und hinterlassen in Weimar bedeutende Kunstwerke.
Die Zeichenschule wird zum Sprungbrett für Generationen von Künstlern, die ihre Fertigkeiten in Italien vervollkommnen. Mit Franz Horny reisen wir nach Olevano Romano, einem Sehnsuchtsort in den Sabiner Bergen, der der deutschen Künstlerkolonie buchstäblich den Kopf verdreht. Louise Seidler kopiert in Dresden italienische Meister, macht Karriere in Rom und wird Weimars erste Museumsdirektorin. Ihr Wirken hat 2024/25 Würdigung in der im Palazzo Braschi präsentierten Ausstellung „Roma Pittrice. Artiste al lavoro tra XVI e XIX secolo“gefunden. Italien ist in diesem Buch allgegenwärtig.
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